Leonie Litzenbauer aus Rotensee will in Willingen Biathletin werden

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Leonie Litzenbauer auf der Langlauf-Strecke.

Rotensee. Erst am Sonntagabend kehrte Leonie Litzenbauer aus Altenberg im Erzgebirge zurück. „Mein erster richtig guter Wettkampf der Saison“, sagt die 18-Jährige. Im Massenstart wurde sie mit einem guten Schießergebnis Sechste, 0-0-0-1 lautete ihr Trefferbild. Tags darauf in der Verfolgung habe sie „ein bisschen viele Fehler geschossen“: 0-2-1-2 war die Bilanz. Hinzu kam die 16. Netto-Laufzeit. „Das ist okay. Aber es ist nicht das, wo ich in diesem Jahr hin möchte.“ Und dass einige Scheiben stehen blieben, das ärgerte sie. „Ich weiß, dass ich eine stabile Schützin bin. Um mich zu verbessern, arbeite ich derzeit mit einem Mentaltrainer zusammen.“ Immer wieder sind es der dritte und vierte Schuss, nach denen die Scheiben nicht fallen.

Als 12-Jährige wagte Leonie den Sprung – vom familiären Umfeld zum Ski-Internat in Willingen. Der Anfang war schwer für die talentierte Sommerbiathletin. „Ich konnte nur schießen und hatte bis dahin nicht auf Langlauf-Ski gestanden“. Es sei anfangs nicht angedacht gewesen, bei Wettkämpfen zu starten. Doch es lief besser als gedacht, zunächst ging sie im Schülerbereich an den Start.

Und in ihrem zweiten Jahr gab es erste Lichtblicke. Es folgte ein entscheidender Schritt: der Wechsel vom Schüler- in den Jugendbereich. Leonie war mitllerweile 17, stetig landete sie auf Top-Ten-Plätzen, „das war meine erste richtig gute Saison“. An deren Ende war sie deutschlandweit Neunte. Eine Marke.

„Die Erwartungen an die aktuelle Saison waren vielversprechend.“ Nur: „Es läuft derzeit nicht so optimal.“ Gründe in Sportlerseelen zu suchen, das ist bisweilen müßig. „Ausdauer und Kraft sind da. Ich habe ein gutes Gefühl während der Wettkämpfe. Aber es fehlt die Frequenz.“ Es gelingt ihr nicht, die Kraft auf den Ski zu übertragen.

Leonie hat inzwischen eine eigene Wohnung gefunden: vom Ski-Internat ging es in eine Unterkunft in Willingens Kernort Stryck. „Die fünf Jahre im Internat haben mich eigenständig werden lassen“, bekennt sie, „das ist entspannter, ich bin flexibler, wenn im nächsten Jahr das Abi ansteht“. Sport und Biologie sind ihre Leistungskurse.

Das Abi steht an

Was ihre sportlichen Ambitionen betrifft, fügt sie an: „Meine Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Da fehlen noch einige Jahre, bis ich in Technik und Ausdauer auf Top-Niveau bin.“ Nächstes Ziel: die Deutschen Meisterschaften am ersten März-Wochenende in Willingen. „Ich betreibe den Sport „definitiv noch so lange, bis ich das Abi hab’. Dann sehen wir weiter.“ Es sei kein einfacher Weg, und den schafften nur ganz Wenige. „Ich versuche, mir kleine Ziele zu setzen. Von Wettkampf zu Wettkampf. Manchmal habe ich so Träumereien, ob ich es vielleicht in den C-Kader schaffe.“ Derzeit gehört sie dem D-Kader an.

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