Motorsport

Lenerz in der  Warteschleife

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Gute Miene zum bösen Spiel: Marcel Lenerz, der junge, talentierte Rennfahrer aus Ludwigsau, sitzt momentan nur am Steuer seines Fahrsimulators im Wohnzimmer. 

Marcel Lenerz, 22-jähriger Rennfahrer aus Ludwigsau, weiß zurzeit nicht, wann er wieder hinter dem Steuer eines Rennwagens sitzen kann.

Eigentlich hätte Marcel Lenerz kürzlich ein Wochenende in Österreich verbracht. Genauer gesagt in Altaussee, einem 2000-Selen-Örtchen im Salzkammergut. Dort hätte die Saisonvorstellung des österreichischen Teams DF1 Racing stattfinden sollen, für das der 22-jährige Rennfahrer aus Ludwigsau in diesem Jahr in der Nascar Europe Series starten soll (siehe Hintergrund)..

Dann fuhr die Corona-Pandemie mit vollem Speed dazwischen. Auch die ersten Testfahrten und das erste Rennen, das im April im spanischen Valencia hätte stattfinden sollen, sind abgesagt. Wann es weitergeht, weiß niemand so genau. „Ich hänge ein bisschen in der Luft. Ich weiß nicht, wann ich wieder im Rennwagen sitzen kann oder die ersten Rennen bestreiten. Es weiß ja keiner wie lange die Corona-Pandemie dauert“, sagt Lenerz ernüchtert. Auch die Formel 1 wird – Stand jetzt– auf keinen Fall vor Mitte Juni in die Saison starten können.

Deshalb muss der sympathische junge Mann nach seinem Wechsel in die Nascar-Series auf unbestimmte Dauer improvisieren, so gut es eben geht. Statt wie größtenteils im Fitnessstudio, findet das Training jetzt zumeist zu Hause in seiner Bad Hersfelder Wohnung statt, wenn Lenerz nicht gerade Joggen geht. Ein Fahrsimulator hilft zudem dabei, das Gefühl für die Rennstrecken nicht zu verlieren. Ein wirklicher Ersatz sei das aber nicht, weil am Simulator keine Fliehkräfte wirkten wie im Rennwagen, berichtet er.

Lenerz setzt hauptsächlich auf Freelatics – das Training mit dem eigenen Körpergewicht – und Seilspringen. Auch auf eine gesunde Ernährung versucht er, weiterhin zu achten. „Das wird von Corona wenigstens nicht beeinträchtigt“, sagt er mit ein wenig Galgenhumor.

Sollte die Saison irgendwann beginnen, wird sich Lenerz den Chevrolet Camaro mit der Nummer 99 mit seinem Landsmann Justin Kunz teilen, der in der EuroNascar-Pro-Meisterschaft auf Punktejagd gehen wird. Das DF1-Racing-Team – übrigens Meister der vergangenen Saison – um Motorsportchef Norbert Walchhofer, hatte sich die Dienste von Marcel Lenerz gesichert, nachdem dieser bei Testfahrten absolut überzeugt hatte. Jetzt aber hängt der 22-jährige Rennfahrer erst einmal in der Warteschleife.

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