Vor Ort: Ein Trainingstag mit zwei Triathlon-Profis in Rotenburg

Leders lieben guten Stil

Trainingstag im Herz-Kreislaufzentrum: Lothar und Nicole Leder, beide rechts am Beckenrand, demonstrieren den 14 Teilnehmern die nächste Übung. Foto: Wenzel

Rotenburg. Nicole Leder steht ganz dicht am Beckenrand. Sie beugt sich nach vorne. Wenn sie jetzt nicht aufpasst, verliert sie das Gleichgewicht und fällt ins tiefblaue Nass. Das wäre auch nicht besonders schlimm, denn die 42-jährige Darmstädterin trägt schon einen Badeanzug und demonstriert obendrein Schwimmbewegungen. Sie holt mit der rechten Hand weit aus. „Arm gestreckt, die Schulter breit“, so schallt ihre Anweisung durch das Hallenbad des Herz- und Kreislaufzentrums in Rotenburg.

Im Wasser hören 14 Schwimmer genau zu. Sie wollen etwas mitnehmen an diesem Tag. Sie wollen ihren Stil verbessern, Tipps erfahren für ihre Sportart – Triathlon. Schwimmen, Fahrradfahren, Laufen – Ausdauersport. „Irgendwie macht es jeder, aber keiner richtig. Kräfte sparen, zielgerichtet trainieren – manchmal bekommt man am Rande eines Wettkampfes etwas mit. Aber nicht so viel, wie an einem Tag wie diesem mit Nicole und Lothar Leder“, meint Uwe Gathmann, einer der Initiatoren des Trainingstages mit dem wohl bekanntesten deutschen Triathlon-Paar.

Ausrichter des Tages: Das Herz- und Kreislaufzentrum sowie der SC Neuenstein mit seiner Triathlonabteilung.

„Luft anhalten und das Übergreifen der Arme sind typische Fehler der Triathlon-Anfänger.“

Nicole Leder

Die beiden mehrfachen Ironman-Sieger – Lothar Leder brach als Erster die magische Acht-Stundenmarke beim Triathlon in Roth – lieben den guten Stil. Zum Beispiel beim Schwimmen. „Es sind die typischen Anfängerfehler, die die meisten machen. Wie zum Beispiel die Luft anhalten unter Wasser oder das Übergreifen der Arme“, erläutert Nicole.

Ihr Ehemann hält eine wasserdichte Videokamera in die Wellen. Jeder Teilnehmer wird gefilmt, die Ergebnisse am Nachmittag ausgewertet. „Man kann sich ja selbst ganz schlecht bewerten. Das kann eigentlich nur einer, der sich von Außen damit beschäftigt“, meint Steffen Seegebarth aus Rotensee, der in diesem Jahr erstmals an einem Ironman in Frankfurt teilnahm und auch im Ziel ankam.

Nicole und Lothar haben einen großen Erfahrungsschatz im Triathlon gesammelt. Für jeden Fehler gibt es Korrekturübungen. Nicole Leder demonstriert eine, die die Athleten am Übergreifen hindern soll. „Bitte beide Hände nach Außen und drehen wie in einer Rührschüssel. Bitte dabei nicht flattern wie ein Hühnchen“, sagt sie. Gathmann ergänzt: „Wenn man alle Tipps beherzigt und gut trainiert, soll man die 3,8 Kilometer Schwimmen auf der Langdistanz in einer Stunde bewältigen.“

Einige Mühen erspart

Norbert Schmidt, dem das Schwimmen sichtlich Mühe bereitete, freute sich auf das Lauf-ABC nach dem Schwimmen. Entlang der Strecke des Rotenburger Herzlaufes gibt es auf weichem Boden Intervall-Training und Tipps für Armtechniken und den Beinschlag. Joachim Wierschula mit knapp 60 Jahren einer der ältesten Teilnehmer an diesem Triathlon-Kurs, ärgerte sich, nicht schon früher eine Veranstaltung der beiden besucht zu haben: „Wahrscheinlich hätte ich mir einige zusätzlich Anstrengungen ersparen können.“   Hintergrund

Von Hartmut Wenzel

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