Lars Schneider: Halbherzig geht nicht

+
Lars Schneiders Zeit beim TV Braach war ein großer Wurf - für den Spielertrainer und für den Klub. 

Beim Fußball-A-Ligisten TV Braach geht eine kleine Ära zu Ende. Nach vier erfolgreichen Jahren hört Lars Schneider am Saisonende als Spielertrainer auf.

Notgedrungen. Berufliche Gründe haben ihn diese Entscheidung fällen lassen. Leicht ist sie ihm nicht gefallen. „Unter anderen Umständen hätte ich definitiv weitergemacht“, sagt er.

Vor einem Heimspiel hat Lars Schneider seine Spieler kürzlich zu einem gemeinsamen Frühstück geladen, um seinen Rückzug zu verkünden und zu erklären. „Es herrschte eine bedrückte Stimmung. Die Mannschaft ist ja ein bisschen so etwas wie mein Baby geworden. Da habe ich schon ein paar Tränchen verdrückt.“

Gleich im ersten Jahr bei Braach ist ihm der Aufstieg in die Kreisliga A 1 geglückt. In diese Spielklasse hat er den TVB mittlerweile bestens integriert. In dieser Saison mischt seine Mannschaft sogar in der Spitzengruppe mit..

Lars Schneider ist als Beamter bei der Wehrverwaltung in Homberg tätig. Die Bundeswehr hat ihm nun die Möglichkeit zu einem Karrieresprung eröffnet. „Das ist eine einmalige Chance für mich“, sagt er. Die Hürde eines Auswahlverfahrens in Garmisch Partenkirchen hat er genommen. Am 1. April hat er ein zweijähriges Studium in Mannheim aufgenommen. Das sieht Praktika vor, die allerdings ausgerechnet zu Zeiten zu absolvieren sind, in denen im Fußball intensive Trainingsphasen anstehen.

„Ich muss jetzt im Job 100 Prozent bringen. Und eine Mannschaft nur halbherzig zu trainieren, ist nicht meine Art“, erklärt Lars Schneider. Das lasse sich zeitlich alles einfach nicht unter einen Hut bringen.

Sein Klub hat die Suche nach einem neuen Übungsleiter bereits aufgenommen. Und der noch amtierende Coach wirbt für den TV Braach. „Wer immer mein Nachfolger wird“, sagt Lars Schneider, kann sich glücklich schätzen. Da gibt es Teamgeist, es wird zusammengearbeitet, ein Rädchen greift ins andere.“

Bis Ende Mai bleibt Lars Schneider in Braach aber als Spielertrainer am Ball. Seine Co-Trainer Lars Rabe und Peter Waldmann leiten ab sofort unter der Woche die Übungseinheiten. Lars Schneider hat unterdessen schon Kontakte zum Ex-Bundesligisten Waldhof Mannheim geknüpft, wo er in nächster Zeit sehr wahrscheinlich ein paarmal im Training hospitieren darf.

Mit dem Fußballspielen ganz aufhören will er nicht. Möglich, dass er bald wieder auf dem Platz steht - dann aber auf keinen Fall beim TV Braach. Als alter Trainer unter einem neuen zu spielen, hält er für keine gute Konstellation.

In zwei Jahren, wenn das Studium beendet ist, kann Lars Schneider an den Standort Homberg zurückkehren. „Dann will ich auch unbedingt ins Trainergeschäft zurück, vielleicht auch im höherklassigen Nachwuchsbereich“, sagt er, „Trainer zu sein, ist ein schöner Ausgleich und macht mir sehr viel Spaß. Ich denke, ich habe den Fußball auch ein bisschen verstanden.“

Kommentare