Grasbahnrennen in Bad Hersfeld

Das Kribbeln wird stärker: MSC Bad Hersfeld bereitet sich auf Samstag vor

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Hoffen für Samstag auf gute Bedingungen: Die Veranstalter vom MSC Bad Hersfeld um ihren Rennleiter Dennis Schäfer (Mitte). 

Ein Europameisterschaftsfinale gab es in der 67-jährigen Geschichte des MSC Bad Hersfeld noch nie. Das wird am Samstag anders. 

Viel Arbeit, aber noch mehr Aufregung ist damit verbunden. Wie sehen sie aus, die letzten Tage vor dem Großereignis am Samstag, 17. August, in Bad Hersfeld? „Der Blutdruck steigt“, sagt Dennis Schäfer, Sportleiter des Gastgebers MSC Bad Hersfeld. Vieles gibt es noch zu erledigen.

Gerade hat Schäfer erfahren, dass mit Markus Brandhofer/Tim Scheunemann ein Gespann nicht an den Start gehen kann. „Die beiden stürzten am vergangenen Sonntag in Rastede schwer“, erzählt Dennis Schäfer. Brandhofers Schlüsselbein ist zertrümmert, von der Schulterpfanne ein Stück abgerissen. Der Bayer muss operiert werden und verpasst damit nicht nur Bad Hersfeld, sondern auch die Europameisterschaft der Seitenwagen-Piloten. Für Dennis Schäfer heißt das: Ersatzsuche. „Nicht so einfach, ein paar Tage vor dem Rennen.“

Es ist nicht Schäfers einziges Problem in dieser Phase: „Es geht in die Endarbeiten.“ Die Bande um das EM-Oval ist neu lackiert, die Bahnbegrenzung abgesteckt. „Im Fahrerlager muss noch Strom verlegt, die Plätze für die Fahrer müssen noch eingeteilt werden“, erklärt Schäfer.

Auch das Zelt gilt es noch aufzubauen. Und dann sind da zahlreiche Anrufe, Nachfragen, Bitten von Fahrern und Fans. „Ja, der Blutdruck steigt und fällt wohl erst am Samstag wieder ab, wenn die letzte Flagge fällt“, sagt Schäfer. Auch der Blick auf die Wetterprognose wird von Tag zu Tag häufiger. Immerhin ist der MSC Bad Hersfeld nicht gerade „vom Wetter verwöhnt“, hatte fünf Jahre in Folge Wetterpech, teils Absagen und finanzielle Ausfälle. Schäfer: „Das hoffen wir für das EM-Finale natürlich nicht. Schon deshalb nicht, weil viele Zuschauer bei so einem Ereignis auch für die Helfer ein Lohn sind für ihre kräftezehrende Arbeit im Vorfeld.“

100 bis 120 Helfer werden am Samstag für den 70 Mitglieder großen Verein im Einsatz sein. Etwas mehr als die Hälfte stammt nicht aus den Reihen des MSC Bad Hersfeld, sondern setzt sich aus Freunden, Bekannten und aus anderen Vereinen kommend zusammen. Dennoch, so Schäfer: „Das Team ist eingespielt, jeder hat seinen Verantwortungsbereich. Da werden auch neue Helfer gut integriert.“ Der Sportleiter selbst kümmert sich am Samstag ausschließlich ums Organisatorische und Logistische. Dazu gehören unter anderem der Bahndienst, der Ablauf, Jurysitzungen mit den Offiziellen und vieles mehr. Dazu gehört im Extremfall auch, das Rennen im Zweifel auf Sonntag zu verlegen, sollte das Wetter keinen regulären Ablauf zulassen. Schäfer: „Was uns betrifft, werden wir alles Menschenmögliche tun, dass die EM-Krone am Samstagabend bei Flutlicht vergeben wird. Entschieden wird aber letztlich von der Jury.“

Schäfers größter Wunsch ist, dass „alle wieder gesund nach Hause kommen.“ Situationen wie jene beim Rennen Ende der 80er-Jahre, als Alois Wiesböck, Langbahn-Weltmeister des Jahres 1979, sehr schwer stürzte und von einem nachfolgenden Fahrer überfahren wurde (später aber seine Karriere fortsetzen konnte), will Schäfer in keinem Fall erleben: „Das wäre für mich das Schlimmste überhaupt.“

Der Zeitplan: Einlass und Beginn des Trainings am 17. August ist um 11.30 Uhr. Im Vereinsheim im Gelände Vorm Laufholz 1 gibt es ab 12 Uhr einen Mittagstisch. Die Fahrervorstellung ist für 19 Uhr, der Start zum Rennen um 19.30 Uhr vorgesehen. Neben den Läufen zur Grasbahn-Europameisterschaft werden auch Rennen in den Klassen internationale Seitenwagen, B-Solo und B-Seitenwagen zu sehen sein. Gegen 22 Uhr startet dann die After-Race-Party im Festzelt. Weitere Informationen: www.msc-bad-hersfeld.de.

Von Susi Weber

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