Krauses Rückkehr nach Bad Hersfeld

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Der Moment ihres größten Triumphs: Gesa Felicitas Krause feiert nach ihrem Finalsieg über 3000 Meter Hindernis bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin mit Maskottchen Berlino.

Bad Hersfeld. Eine Leichtathletik-Europameisterin kommt zum Lollslauf nach Bad Hersfeld: Gesa Felicitas Krause (26), in Berlin Siegerin über 3000 Meter Hindernis, ist der Stargast.

Sie wird am Samstagabend bei einer Talkrunde in der Schilde-Halle Fragen von Moderator Werner Damm und sicher auch von Zuschauern beantworten (ab 17 Uhr). Die Europameisterin, erst am Sonntag aus dem Urlaub zurückgekehrt, wird zwar nicht selbst laufen, am Sonntag aber im Start- und Zielbereich sein und natürlich Autogrammwünsche erfüllen.

Für die in Ehringshausen (Lahn-Dill-Kreis) geborene Krause ist es nicht der erste Besuch beim Lollslauf. „2003 oder 2004 muss das gewesen sein“, erinnert sich Gesa Felicitas Krause, die damals als Elf- oder Zwölfjährige über fünf Kilometer startete und „wohl ziemlich weit vorne lag“, wie sie sagt. Ein Hit war für sie das Lollslauf-T-Shirt, das es schon zu jener Zeit gab: „Das hab’ ich noch lange getragen“, verrät sie.

Dem großen Triumph von Berlin, als sie im Endlauf in der Zielkurve am Wassergraben in Führung ging und diese nicht mehr abgab, war fast exakt ein Jahr vorher ein Lauf vorausgegangen, nach dem sie den Tränen nahe war. Im WM-Finale von London wurde Krause unverschuldet in einen Sturz verwickelt und damit um alle Medaillenchancen gebracht. Sie lief das Rennen zu Ende – und bewahrte Fassung: „Auch das gehört im Sport dazu“, sagte sie damals im Ziel.

London war kein Trauma

„Ein Trauma ist London nicht für mich gewesen“, ordnet sie das Pech heute ein. Wenige Wochen später lief sie in Berlin Deutschen Rekord (9:11,85 Minuten). „Es gibt viele Wettkämpfe, in denen es gut läuft, und viele, in denen gar nichts klappt“, sagt sie. „Nur sieht das die Öffentlichkeit nicht immer. In London und bei der EM in Berlin haben es eben alle gesehen.“ Im Ziel des EM-Finales war da „Erleichterung und pure Emotion“, beschreibt Gesa Felicitas Krause die letzten Sekunden des Finales. „So ausgelassen wie da habe ich selten gejubelt, ich bin eher ein Mensch, der sich nach innen freut“, gesteht sie weiter. „Das hat gezeigt, wie wichtig mir dieser Sieg war.“ An den Sturz von London habe sie in jenen Momenten nicht gedacht.

Die Sportsoldatin, die für den Verein Silvesterlauf Trier startet, zog es nach ihren sportlichen Anfangsjahren schnell von der Straße auf die Bahn. Sie selbst bezeichnet sich als „Profi-Leichtathletin“. Und trainiert als solche. 13 bis 15 Einheiten stehen auf dem Wochenplan. „Manchmal sind es drei am Tag“, erzählt Gesa Felicitas Krause. „Ein Sechs-Kilometer-Lauf morgens um sieben, Dehnen, vormittags eine intensive Einheit, vielleicht mit Sprints oder Tempoläufen, abends dann noch ein längerer Dauerlauf“ – das sei keine Seltenheit. An anderen Tagen könne es auch schon einmal ruhiger zugehen.

Und gerade in der Vorbereitung auf die Wettkampfsaison kehrt die Hindernisläuferin auch gern der Kunststoffbahn den Rücken und nimmt an einem Straßenlauf teil. Sie mag die Atmosphäre: „Wenn Profis und Amateure zusammen starten, dann ist das immer etwas Besonderes“, findet sie.

Und auch wenn sie am Sonntag nicht startet – vielleicht gibt es ja erneut ein T-Shirt, das lange in Ehren gehalten wird.

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