Hallenfußball-ReserveCup: VfL Philippsthal siegt zum zweiten Mal

Mit Kraken-Armen

An ihnen gab es kein Vorbeikommen: die Kicker des VfL Philippsthal. Zum zweiten Mal nach 2012 sicherten sie sich den Sieg beim ReserveCup des TSV Ransbach. Fotos (3): Eyert

ransbach. Ihr Auftritt war nicht spektakulär – aber er überzeugte. Beim vom TSV Ransbach ausgerichteten ReserveCup, der seine 23. Auflage erlebte, schaffte es nur Gastgeber FSG Hohenroda im Halbfinale, die Kicker des VfL Philippsthal in Bedrängnis zu bringen. Felix Heinemann gelang 18 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit der Ausgleich zum 2:2 und brachte die FSG damit wieder ins Spiel.

Doch als Keeper Christoph Voland, der Riese mit den Kraken-Armen, im Entscheidungssschießen drei Strafstöße abwehrte war der Weg frei für den VfL. Im Endspiel besiegte Philippsthal die bis dahin überzeugende SG Niederaula/Hattenbach, der im Finale die Kraft ausgegangen war, mit 5:1. Der VfL, im vergangenen Jahr Dritter, krönte seine tolle Mannschaftsleistung mit dem zweiten Turniersieg beim ReserveCup; 2012 war er erstmals erfolgreich in Ransbach.

Nachdem Voland auch im letzten der 112 Turnierspiele sein Team durch drei tolle Reflexe in der Anfangsphase im Spiel gehalten hatte, ebnete Markus Ruppel mit trockenem Links-Flachschuss ins Eck zur Führung dem VfL den Weg zum Erfolg. Christoph Kranz erhöhte durch eine tolle Einzelleistung. Dass Ruppel eine Überzahl-Situation verschenkte und Benny Wolf der Anschluss für die SGN gelang, verzögerte die Entscheidung.

Gershausen feuert an

Die Kicker des 1. FC Gershausen, der im Viertelfinale der SGN einen 8:1-Sieg überließ, feuerten ihren Nachbarn nach Kräften an – doch es half nichts. Andreas Schönberger mit sehenswertem direkten Abschluss, Christoph Kranz und Philipp Otto, mit acht Turnier-Treffern bester Schütze des VfL, erhöhten zum Endstand.

Gefiel Philippsthal in der Vorrunde mit durchdachtem Hallenfußball, packte das Team am Finaltag in puncto Cleverness einiges drauf. Voland, Routinier Sven Bauer und Nachwuchsspieler Justin Meier kamen hinzu, und der VfL stellte ein Gefüge, das kaum zu knacken war. Erfahrene Kräfte verhalfen ihm, den Rhythmus eines Spiels zu lesen; sie wussten genau, wann sie einen Schritt weniger machen mussten, Kräfte einsparen konnten oder zulegen mussten. „Mit dieser Truppe hat’s einfach Spaß gemacht“, befand Christoph Kranz, eines der auffallenden Gesichter der 2015er-Veranstaltung. „Das passte. Auch mit dem Langen im Tor und mit unserer Moral. Jeder war für jeden da.“ Kranz, auch noch für die Erste des VfL ein Thema, wird sich dort wegen privater und arbeitsbedingter Gründe zurückziehen.

Bitteres Aus

Nach fast einem Vierteljahrhundert ReserveCup-Geschichte bleibt dies ein zentrales Thema: Noch keinem Team gelang es, seinen Titel zu verteidigen. Die FSG Hohenroda, die ihrem Anhang bis zum Halbfinale durch erfrischenden Fußball Freude machte, zog nach dem bitteren Aus im Halbfinale gegen den Turniersieger auch im Neunmeterschießen um Platz drei den Kürzeren. Mit 3:4 unterlag sie dem im Turnier starken SV Weilar.

MORGEN MEHR

Von Walter Kell

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