Kraftdreikampf: Christine Groß holt Silber bei der EM

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Konzentration: Christine Groß im Wettkampf. Im letzten Versuch pokerte sie noch einmal.  

Neuerlicher Erfolg für Kraftdreikämpferin Christine Groß: Die Bad Hersfelderin belegte bei der EM im Bankdrücken in Luxemburg den zweiten Platz in ihrer Altersklasse bis 84 Kilo.

82,5 Kilogramm bewältigte sie im ersten Versuch, 87,5 Kilogramm im zweiten. Im dritten und letzten ging sie aufs Ganze, versuchte sich an 92,5 Kilogramm – sie wollte den Sieg. „Leider war das an diesem Tag zu schwer“, sagt sie. Eine Schwedin gewann.

„Es entscheidet nicht nur meine Tagesform, sondern natürlich auch die der Konkurrentinnen“, erklärt die Hersfelderin, die auf die gute Stimmung unter den Konkurrentinnen – fünf kämpften um den Sieg – verweist. Sie selbst sei eher zurückhaltend, um sich im Wettkampf nicht ablenken zu lassen. Die spätere Siegerin aus Schweden habe dagegen für gute Laune im Teilnehmerfeld gesorgt.

„Man lernt seine Konkurrenz ja mit der zeit kennen“, betont Groß. Sie hatte erst zwei internationale Wettkämpfe, kannte aber sowohl die Siegerin als auch die spätere Drittplatzierte aus England bereits. „Wichtig ist, dass man sich auf seinen eigenen Wettkampf fokussiert“, sagt sie. Pokern sei dennoch möglich. Beim Einzelwettkampf im Bankdrücken darf die Athletin im letzten Versuch das aufzulegende Gewicht noch zweimal korrigieren.

Und das tat Groß: Als die Schwedin 92,5 Kilogramm gedrückt hatte, ging sie zunächst auf 90, später auf ebenfalls 92,5 Kilogramm. „Das hat ihr nicht gefallen und ihrem Trainer auch nicht“, hat die Hersfelderin beobachtet. Allerdings scheiterte sie an ihrem aufgelegten Gewicht wie auch die Siegerin an glatten 100 Kilogramm, sodass es bei der Reihenfolge blieb.

Es war für Groß der letzte internationale Wettkampf in diesem Jahr. Im Frühjahr steht als Nächstes die EM im Kraftdreikampf in Frankreich an. Zuvor ist sie noch bei zwei nationalen Titelkämpfen im Bankdrücken am Start.

Im Training, so erklärt Christine Groß, geht es zunächst um eine Volumenphase, in der Gewicht wie auch Wiederholungszahl erhöht werden. In der Wettkampf- oder auch Kraftphase steigt das Gewicht weiter, die Wiederholungen gehen dagegen zurück. „In den Sommermonaten kann ich meine Kraftwerte nur halten, nicht aber ausbauen, da die Hitze meinen Stoffwechsel beeinträchtigt“, gibt die Sportlerin Einblick in ihren Trainingsalltag. In der kühleren Jahreszeit sei ihr Training besser und effektiver.

Das Ziel für März steht auch schon fest: Die 92,5 Kilogramm – es wäre Deutscher Rekord – will sie auf der Bank drücken.

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