0:8-Klatsche zum Auftakt

E-Soccer-Turnier des HFV: SG Ausbach/Friedewald ist dabei

Konzentriert: Florian Scholl steuert mit seinem „Eintracht-Controller“ die Kicker auf dem Fernsehbildschirm.
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Konzentriert: Florian Scholl steuert mit seinem „Eintracht-Controller“ die Kicker auf dem Fernsehbildschirm.

Die Fußballplätze sind während des Corona-Lockdowns für den Rest des Jahres und vielleicht auch darüber hinaus gesperrt. Gekickt wird trotzdem. Beim e-Soccer-Cup des HFV.

Ausbach - So haben am Sonntag ab 10 Uhr die SG Ausbach/Friedewald und die SG Nentershausen/Weißenhasel/Solz gegeneinander Fußball gespielt. Dabei wurde aber von den Kickern nicht gegen das von der Politik ausgegebene Verbot, den grünen Rasen zu betreten, verstoßen. Vielmehr duellierten sich die beiden Vereine an der Playstation 4 beim Fußballspiel FIFA 21 mit ihren Controllern. Die beiden Mannschaften nehmen nämlich zusammen mit 116 weiteren Teams am vom Hessischen Fußball-Verband ausgerichteten Stay-at-home-Cup teil. Dieses e-Soccer-Turnier soll dabei helfen, die fußballlose Zeit in Hessen während der Corona-Pandemie zu überbrücken.

Auf einem Sportplatz wäre bei dieser Begegnung sicherlich der Aufsteiger zur Kreisoberliga, die SG Ausbach/Friedewald, gegen den A-Ligisten SG Nentershausen/Weißenhasel/Solz leicht favorisiert gewesen, doch an der Playstation und dem Controller sind ganz andere Fertigkeiten gefragt, denn statt der Beine und Füße werden beim Kicken auf und über den Bildschirm die Finger benutzt. Und die müssen dort rasend schnell auf das aktuelle Spielgeschehen reagieren.

Weil für die SG Ausbach/Friedewald die beiden Torhüter an den Start gingen, lag der Vorteil vielleicht doch etwas auf ihrer Seite – sie dürfen ja auch beim richtigen Fußballspiel als einzige Akteure die Hände benutzen. Doch davon war in der ersten Partie zwischen Florian Scholl und seinem Gegenüber von Beginn an nichts zu sehen.

In dem auf zwei mal sechs Minuten angesetzten Kick auf der Spielkonsole hatte Florian Scholl nicht den Hauch einer Chance. Immer wieder hatte sein Kontrahent die Nase vorn, war schneller am Ball und schien die nächste Situation förmlich vorauszuahnen.

„Ich bin eigentlich nicht schlecht. Mal schauen, was der Gegner kann“, hatte Florian kurz vor dem Anpfiff noch gesagt, doch schon in der 6. Minute lag der Ball zum ersten Mal im Kasten seiner Frankfurter Eintracht, die er für das Spiel als Mannschaft ausgewählt hatte. Den Treffer für seinen Kontrahenten hatte übrigens Serge Gnabry erzielt. Der Spieler von Nentershausen/Weißenhasel/Solz setzte also auf den FC Bayern München.

Zwar hatte Florian in der 17. Minute die große Chance auf den Ausgleich, doch sein Heber landete am Innenpfosten. Eine Sekunde zuvor hatte er schon die Faust geballt und den vermeintlichen Treffer bejubelt, um dann lapidar anzufügen: „Typischer Bayern-Dusel.“

Fortan lief es nicht mehr für ihn und sein Konkurrent erteilte ihm im wahrsten Sinne des Wortes eine Lehrstunde an der Spielekonsole. 0:8 lautete das Endergebnis und Florian haderte mit sich selbst und seiner sportlichen Fairness. Denn noch wenige Minuten vor dem Anpfiff der Begegnung war sein eigentlicher Gegenspieler nicht online. Daraufhin informierte er über Handy seinen Teamleiter, der sich wiederum mit dem Teamleiter des Gegners in Verbindung setzte. Und tatsächlich, der vorgesehene Spielgegner lag noch schlafend im Bett. Und so ging der Teamkapitän des e-Soccer-Teams der SG Nentershausen/Weißenhasel/Solz selbst an das Spielgerät. Und der war bärenstark.

Bei Nichtantritt wird eine Partie übrigens als verloren gewertet. Der Gegner gewinnt dieses Spiel kampflos mit 3:0 Toren und erhält 3 Punkte. Diese drei Zähler holte dann ab 13 Uhr Scholls Teamchef Jared Lang, der mit seinem Gegenüber kurzen Prozess machte. 6:1 hieß es am Ende. Und somit hat die SG Ausbach/Friedewald nach dem ersten Spieltag eine Bilanz von 6:9 Toren bei drei erzielten Punkten. Am kommenden Wochenende steht dann der zweite Spieltag auf dem Plan.

Von Mario Reymond

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