Fußball-Kreisoberliga

Klasse Kampf im Kali-Krimi: 4:4 zwischen Hohenroda und Philippsthal

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Auf ein Bier nach dem Spiel: Thorsten Heiderich (links) und Gerd Ruch diskutieren das 4:4 im Derby. 

Acht Tore in Ransbach – das 4:4-Remis der Lokalkontrahenten FSG Hohenroda und VfL Philippsthal in der Fußball-Kreisoberliga sahen am Sonntag fast 300 Fans.

Und sie werden diese Partie, ihre sehenswerten Treffer und sensationelle Torfolge in Erinnerung behalten.

Nach dem Abpfiff saßen beide Trainer – beide kennen sich gut, haben auch denselben Arbeitgeber – einträchtig auf der Hohenrodaer Ersatzbank und ließen bei einem Weizenbier diesen tollen Krimi im Kalirevier noch einmal Revue passieren. „Es ist schon ein Erlebnis, durch so eine Gefühlswelt zu gehen“, sagte Hohenrodas Trainer Thorsten Heiderich und schmunzelte. „Als es 3:3 und 3:4 stand, da hatte ich mit Sicherheit 320 Puls.“

Seinem Gegenüber Gerd Ruch stand nach etwas mehr als 20 Minuten der Angstschweiß auf der Stirn. Und später war er schon ein bisschen stolz auf seine Mannschaft, die es schaffte, einen 0:3-Rückstand in eine 4:3-Führung umzuwandeln. „Wir waren zunächst gar nicht richtig auf dem Platz, haben den Kampf und das Derby nicht angenommen“, sagte der Philippsthaler Coach. „Und zum Schluss haben wir dann tatsächlich ein bisschen Pech gehabt.“ Die beiden waren sich zum Schluss einig – einen Sieger hatte dieses Duell auch nicht verdient gehabt. Dabei hatte alles nach Gusto der Platzherren begonnen. Hohenrodas Kilian Krüger hatte seine Farben mit einem feinen Freistoß aus 22 Metern direkt in den Winkel in Führung geschossen (10.), wenig später erhöhte der wieselflinke Tim Fischer auf 2:0.

Und als Johannes Münkel in der 21. Minute eine schöne Kombination zum 3:0 abschloss, klirrten bei den Hohenrodaer Fans bereits die Biergläser. Sofern die Gastgeber zwei weitere gute Möglichkeiten genutzt hätten, hätten sie noch höher führen können. „Das wäre aber des Guten dann zuviel gewesen“, sagte Ruch, der seiner Mannschaft für die Aufholjagd ein Kompliment aussprach: „Das war richtig stark!“ Zunächst verkürzte Tim Ruch mit einem nicht ganz unumstrittenen Foulelfmeter, dann sorgte Alexander Scheel vor der Pause für den Anschluss.

Ransbachs ehemaliger Betreuer Manfred Kehl beschlich zum Pausenpfiff ein mulmiges Gefühl: „Wir müssen höllisch aufpassen, die werden jetzt angreifen.“ Und Kehl sollte Recht behalten. Leon Mosebach, der im Hohenrodaer Kasten den angeschlagenen Thorsten Weiß vertrat, musste in der 54. Minute den Ausgleich durch Scheel passieren lassen.

Sehenswert: Das 4:3 für den Gast. Nach einer Ecke flankte Dennis Schneider direkt in die Mitte, wo Federico Stiebing aus zehn Metern unhaltbar einköpfte. Zuvor hatte Schneider noch eine dicke Chance verpasst. Doch auf einer Niederlage wollte Hohenroda nicht sitzenbleiben: Philipp Stunz im VfL-Kasten parierte gegen Sascha Schleinig und Münkel. Sensationell seine Parade gegen Münkels 20-Meterschuss – doch der Nachschuss zum 4:4 durch Philip Mosebach saß.

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