Fußball-Kreisliga B2

Kerspenhausen - das gallische Dorf

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Sie haben die Haare schön: Die Routiniers Martin Bohle (links) vom neuen Meister Niederaula/Kerspenhausen II und Lukasz Andrzej Polikarp (TSV Arzell). 

Kerspenhausen. Mike Porsche ist lange genug im Fußballgeschäft dabei, und so schnell macht ihm niemand etwas vor in der Beurteilung naheliegender Dinge. „Was mir ganz wichtig ist“, sagte der Trainer der SG Niederaula/Kerspenhausen II, die soeben mit dem 6:0-Sieg gegen den TSV Arzell den Titelgewinn der „B2“ begangenen hatte, „das hier ist ein Erfolg der Mannschaft – und einer der SG Niederaula/Kerspenhausen. Wie die erste Mannschaft uns unterstützt hat, so haben wir als Zweite auch die Erste unterstützt.“

Über das einseitige Spiel, das von routinierten Kräften geprägt und entschieden wurde, brauchte und wollte er kaum etwas verlieren. Also fügte Porsche hinzu – und vergaß nicht, den einen Teil der Spielgemeinschaft zu erwähnen: „Vor allem freut es mich für den TSV Kerspenhausen. Für das kleine gallische Dorf am Fuße der Kuppe.“ So klingt Erleichterung. So klingt Dankbarkeit. So klingt Demut.

Auch der TSV Arzell ist ein kleiner Verein, nach wie vor eigenständig im Schatten des größeren Nachbarn Eiterfeld/Leimbach. „Wir hatten in der Rückrunde ein paar personelle Probleme“, erklärte Daniel Haas. Der Spielertrainer bestritt seinen ersten Einsatz nach einem Muskelfaserriss; Angreifer Michael Pachowski fehlte wegen Knieproblemen, Michael Frohnapfel hatte aus dem Skiurlaub eine Verletzung mitgebracht.

„So kommt es, dass Niederaula/Kerspenhausen auch in der Höhe verdient gewonnen hat. Fahren wir aber mit komplettem Kader hierher, bin ich mir sicher, dass wir punkten können.“ Sein Team sei eigentlich gut ins Spiel gekommen, in der Offensive und der Durchschlagskraft im Angriff, in dem sich anfangs Haas, Czech und Polikarp abwechselten, haperte es auffallend. So nimmt der TSV Arzell, der im abschließenden Spiel der Saison am Samstag dieser Woche die SG Iba/Machtlos erwartet und die Runde noch als Siebter abschließen kann, in der kommenden Serie einen neuen Anlauf.

Der frisch gekürte Meister Niederaula/Kerspenhausen II gastiert zur gleichen Zeit bei der SG Kleinensee/Widdershausen. Überdies war es Porsche ein Anliegen, auch die zu berücksichtigen, die während der Serie ständig im Einsatz waren, zunächst aber auf der Bank saßen. Christian Bässe etwa, oder Pierre Pascal Seeliger. Auch André Hirschhäuser. Der war wegen seiner Schnelligkeit und Torerfolge zentrale Kraft der vergangenen Jahre, durfte aber nicht spielen, weil er sich „in der Ersten festgespielt“ hatte. Doch auch er tanzte nachher ausgelassen im kleinen gallischen Dorf.

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