SECHS TIPPS wie Sie trotz Corona gesund ins neue Jahr starten

Keine Chance dem Winterspeck

Tipps für einen gesunden Start in neue Jahr: Ulf Quägber rät zu langfristigen Umstellungen von Gewohnheiten.
+
Tipps für einen gesunden Start in neue Jahr: Ulf Quägber rät zu langfristigen Umstellungen von Gewohnheiten.

Hersfeld-Rotenburg - Ein paar Pfunde verlieren und gesünder Leben: Insbesondere zu Jahresbeginn ist dieser Vorsatz weit verbreitet. Das nasskalte Wetter, geschlossene Trainingsstätten und die vermehrte Arbeit im Homeoffice sind da nicht gerade dienlich. Dass die Weihnachtsschlemmereien trotzdem nicht dauerhaft auf den Hüften bleiben müssen, davon ist Ulf Quägber überzeugt.

Für unsere Leser hat der Diplom-Physiotherapeut einige Tipps parat.

Das Bewusstsein ist entscheidend!

Der entscheidende Faktor bei sämtlichen Vorhaben sei es, sich seine Ziele bewusst zu machen, meint Quägber. „Möchte ich etwas an meinen Gewohnheiten ändern, weil ich will, dass ich länger gesund und beschwerdefrei bleibe, dann werde ich mein Vorhaben auch durchhalten. Möchte ich aber nur zwei, drei Kilos verlieren, halte ich es vielleicht auch nur für diese Zeit durch“, erklärt er.

Eine langfristige Umstellung von Gewohnheiten sei Erfolg versprechender als eine kurzfristige Diät und hätte zudem den großen Vorteil, dass man den berühmten Jojo-Effekt nicht fürchten muss. Umstellung sei dabei nicht gleichbedeutend mit absoluter Entbehrung: „Ich muss mich nicht völlig einschränken, ganz im Gegenteil: Gesunde Nahrung kann sehr lecker sein!“, stellt er klar.

Keine Ausreden!

Gesunde Ernährung ist teuer? Tägliches Kochen zu aufwändig? Und für regelmäßigen Sport ist ohnehin keine Zeit? Die Bereitschaft, in den Körper und die Gesundheit zu investieren, sei oftmals nicht ausreichend vorhanden, meint Quägber. Insbesondere im Praxis-Alltag stelle er dies immer wieder fest. Dass gesunde Ernährung auch mal ein wenig mehr kosten kann, lässt der Physiotherapeut daher nicht als Ausrede gelten. Und der Griff zu Fertiggerichten zum Sparen von Zeit sei ein Phänomen der heutigen Schnelllebigkeit.

Ernährung ist wichtiger als Sport!

Auch unser Experte ist ein Freund der 70:30-Regel, nach der sich mehr als zwei Drittel des Erfolgs beim Abnehmen auf die Ernährung zurückführen lässt. Um diese gesund und ausgewogen zu gestalten, empfiehlt er beispielsweise, weitestgehend auf tierische Fette zu verzichten. Pflanzliche Fette seien dagegen wichtig - und die häufig auch mal schlecht geredeten Kohlenhydrate kein Tabu. „Wenn ich die richtigen Kohlenhydrate zu mir nehme, ist das durchaus sinnvoll“, meint er. Grundsätzlich sollten nährstoffreiche Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen, denn nur so werde der Körper gut versorgt.

Auch Sündigen ist mal erlaubt!

„Wenn ich mich viel bewege oder einen extrem hohen Stresslevel habe - warum soll ich mir dann nicht auch mal etwas gönnen?“, sagt Quägber. Ein Stück Kuchen oder ein kleines Stück Schokolade seien ab und zu okay - die gesamte Tafel sollte es aber nicht sein. Auch eine leckere Pizza beim Lieblingsitaliener sei kein Problem: „Wenn ich danach wieder auf Sport und Ernährung achte, ist das völlig in Ordnung. Die Verhältnismäßigkeit muss einfach stimmen.“

Bewegung im Alltag ist ein Muss!

Dass Bewegung für den Körper wichtig ist, ist kein Geheimnis, und auch unser Experte hält sie für unabdingbar: Der Körper brauche sie, sonst roste er ein. Ratsam sei es daher, so viel Bewegung wie möglich in den Alltag zu integrieren und auch am Arbeitsplatz darauf zu achten, dass man nicht dauerhaft nur sitzt.

Beim Sport macht’s die Mischung!

Um ein paar Pfunde zu verlieren, empfiehlt Quägber eine Mischung aus Stoffwechsel- und Muskelerhaltungstraining. „Stoffwechseltraining heißt, dass ich mich in einem Tempo bewege, bei dem ich mich nebenher immer noch ohne Atemnot unterhalten kann“, erklärt er. Der Puls liege dabei häufig bei um die 120 Schläge pro Minute und eine Trainingszeit von 20 Minuten sei das Minimum.

Damit der Körper bei der Energiegewinnung nicht vordergründig an die Muskelmasse gehe, sei zudem ein entsprechendes Erhaltungstraining wichtig. „Dabei geht es nicht um Bodybuilding“, stellt er klar. Sondern vielmehr um das Bewegen eines adäquaten Gewichts, etwa mit drei Sätzen à 15 Wiederholungen.

Zusatztipp: Glücksgefühle und Regeneration

Wenn sich der innere Schweinehund meldet und vor dem Training die Motivation fehlt, empfiehlt Quägber, an das gute Gefühl hinterher zu denken. „Wenn ich mit der Einheit fertig bin, fühle ich mich in der Regel besser als vorher, denn der Sport setzt Glückshormone frei“, sagt er.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor zum langfristigen Durchhalten seien die Phasen der Regeneration. Man sollte dem Körper regelmäßige Pausen gönnen - während diesen aber natürlich weiterhin auf die Ernährung und einen gesunden Lebensstil achten. » ZUR PERSON

Von Kristina Marth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare