Jürgen Müller-Wolff aus Motzfeld ist mit Leidenschaft Langstreckenschwimmer

Der Kampf im Kopf

Jürgen Müller-Wolff mit den beiden Pokalen, die er beim 24-Stundenschwimmen in Bad Liebenwerda erkämpfte. Foto: Rösler

Motzfeld/Bad Hersfeld. Jürgen Müller-Wolff hat den Termin mit der HZ im Café des Aqua Fit in Bad Hersfeld gleich mit einer Trainingseinheit verbunden. „Ich schwimme gleich noch ein paar Runden“, sagt der 68-jährige Rentner nachdem er von seinem letzten Coup berichtet hat – dem ersten Platz beim 24-StundenSchwimmen im Freizeitbad in Bad Liebenwerda in Brandenburg. 200 Starter gingen ins Wasser.

Zum Schluss kamen bei ihm 42 Kilometer und 700 Meter zusammen. „Sie mussten mich aus dem Becken holen, weil die Gesamtzeit abgelaufen war. Ich wäre gerne noch ein bisschen länger geschwommen und hätte noch ein paar Meter gemacht“, erzählt der Motzfelder und schmunzelt dabei. Denn er hat damit nicht nur den Zweiten mit einem sensationell anmutenden Vorsprung von 20 Kilometern hinter sich gelassen, sondern auch einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt.

Schwerer Unfall

Was treibt einen 68-Jährigen an, solche Leistungen zu vollbringen? Sportlich sei er schon in der Jugend gewesen, sagt Müller-Wolff. „Früher bin ich Marathon gelaufen. Doch nach einem Unfall, bei dem ich mir einen Bruch zugezogen habe, kann ich das nicht mehr.“ Aus diesem Grund kann er auch nur Kraulen. Erst seit 2010 geht er regelmäßig schwimmen – vier Mal in der Woche. „Aber ich bin kein Profi“, schränkt er ein. Er lächelt dabei. Beim Sport kommt ihm seine Naturverbundenheit zugute. Müller-Wolff ist Schäfer und hat viel mit Tieren zu tun. Seine Frau Renate hilft ihm dabei.

Ziele setzen

Neben dem Training nimmt er regelmäßig an Wettkämpfen teil, die er sich im Internet aussucht. „Ich muss mir schließlich Ziele setzen.“ Das nächste hat er schon an diesem Wochenende ins Auge gefasst. Es ist wieder ein 24-Stunden-Schwimmen, diesmal in Hof in Oberfranken.

Der Wettbewerb hält sich in seiner Alterklasse in Grenzen. „Leider bin ich da oft alleine“, sagt er. Wer den Namen Jürgen Müller-Wolff im Internet googelt, findet schon einige Einträge, die sich mit Langstrecken- und Freiwasserschwimmen beschäftigen. So ist der Motzfelder beispielsweise schon Zweiter bei einem Fünf-Kilometerschwimmen in Rostock gewesen. Und das 24-Stunden-Schwimmen in Bad Liebenwerda ist nicht der einzige Wettbewerb, bei dem er zumindest in seiner Altersklasse die weiteste Strecke geschafft hat.

In den Bestenlisten

Er war beispielsweise in Stuttgart, in Mellrichstadt und Butzbach ganz vorne dabei. Und er hat auch am „Swimathon“ teilgenommen, einer landesweiten Schwimmveranstaltung in England. Auch dort ist er in seiner Altersklasse in der Bestenliste zu finden.

Von Hartmut Wenzel

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