Handball-Torwart

Kai Hüter: „Es juckt noch – aber es ist rum“

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Engagiert am Spielfeldrand: Kai Hüter hat vor der Saison als Trainer die zweite Mannschaft des TV Hersfeld übernommen.

Bad Hersfeld – Kai Hüter kennen die Handballfreunde als besten Torwart der Region. Vor der Saison hat er die Reserve des TV Hersfeld als Trainer übernommen.

Wir hatten mit dem 39-Jährigen ein Interview geführt, bevor das für Sonntag angesetzte Derby der Bezirksoberliga gegen die HSG Landeck/Hauneck am Freitagnachmittag auf Wunsch der Gäste kurzfristig abgesagt wurde.

„Landeck/Hauneck hätte aufgrund von Verletzungen und Krankheit keine Mannschaft zusammenbekommen. Aus Gründen der Fairness haben wir einer Absage zugestimmt“, sagt Hüter.

Herr Hüter, sind Sie eigentlich noch immer Torwart oder ausschließlich Trainer?

Das ist schwierig zu sagen. Eigentlich bin ich jetzt nur noch Trainer. Aber weil wir mit Christian Fischer nur einen Keeper haben, stelle ich mich manchmal noch ins Tor. Es geht auch noch ganz gut (lacht).

Was macht eigentlich die Gesundheit? Ihr Abschied von der ersten Mannschaft kam vor dieser Saison schon überraschend ...

Ich hatte mir im vorletzten Saisonspiel einen Innenbandriss im Knie zugezogen. Ich habe danach nichts unternommen und habe es einfach so auskuriert. Ich habe auch nicht trainiert, weil mir irgendwie die Motivation fehlte. Das war dann eben der Moment, der irgendwann kommen musste.

Haben Sie denn noch Ambitionen irgendwann ins Tor der ersten Mannschaft zurückzukehren?

Nein. Aber die Situation ist schon ein bisschen blöd, weil ich ja vor der Saison noch als dritter Mann eingeplant war. Es juckt zwar immer noch – aber es ist rum. Ich bin nicht fit, das Knie ist nicht mehr stabil.

Vom Top-Torwart zum Trainer der Reserve. Wie hat sich Ihre Rolle im Verein verändert?

Ich habe jetzt nichts mehr mit der ersten Mannschaft zu tun. Nach den vielen Abgängen vor der Saison ist das auch nicht mehr mein Team – ohne, dass ich da falsch verstanden werden möchte. Die Reserve ist in der Vergangenheit immer so ein bisschen verhungert. Meine Aufgabe ist es jetzt, das zu ändern.

Ist Kai Hüter denn ein strenger Trainer, oder aber ein Kumpel-Typ?

Ach, eigentlich bin ich noch viel zu sehr Spieler. Wenn wir verlieren, kann ich die Jungs nicht zur Sau machen, weil ich mich als Teil des Teams sehe. Da muss ich noch viel lernen.

Das hört sich ja nicht gerade nach Erfolgsdruck für Ihre Spieler an ...

Naja, ich will schon gern jedes Spiel gewinnen. Aber wir sind nun mal eine zweite Mannschaft. Spielen nie in derselben Formation. Mal sind wir nicht mal zu zehnt – mal muss ich Spieler aus dem Kader streichen, weil wir zu viele sind. So ist das eben bei einer Reserve. Da sagen eben auch mal drei Spieler kurzfristig ab. Der ganz große Druck ist nicht da.

Der TVH ist derzeit Tabellenachter. Wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonverlauf?

Wir standen anfangs mit fünf Leuten da – jetzt sind wir 16 plus. Das ist nicht so schlecht, denke ich. Wir haben überraschend gut angefangen, dann Punkte liegenlassen – und dann kam der Schlendrian. Grundsätzlich bin ich aber zufrieden.

Ist Ihr Torwart-Kollege Sascha Kepert nach dem Abschied von Landeck/Hauneck ein Thema beim TVH?

So ist es. Er wird sich bei uns fit halten. Ich werde ihn aber nicht Christian Fischer vor die Nase setzen. Aber wer weiß – vielleicht ist er ja bald eine Option für die Erste.

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