Junge Handballer des TV Hersfeld schwitzen mit „Schorle“ Roth

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Hatten sichtlich ihren Spaß: Die jungen Handballer des TV Hersfeld mit ihrem Trainer Dirk Hüter (rechts) und Michael Roth (links), dem langjährigen Coach der MT Melsungen. 

Bad Hersfeld. „Freut ihr euch?“, fragt Michael Roth zur Begrüßung in die Runde. „Jaaaa“, tönt es ihm entgegen. „Ich freu mich auch“, erwidert der Handball-Trainer gut gelaunt.  

Die 21 Jungs, die sich um ihn drängen, hängen direkt an seinen Lippen. „Freut ihr euch?“, fragt Michael Roth zur Begrüßung in die Runde. „Jaaaa“, tönt es ihm entgegen. „Ich freu mich auch“, erwidert der Handball-Trainer gut gelaunt und die 21 Jungs, die sich um ihn drängen, hängen direkt an seinen Lippen.

Sie sind E- und D-Jugendliche des TV Hersfeld, und das Handballtraining beim Profi, das sie kürzlich absolvierten, haben sie Ende des vergangenen Jahres ersteigert. 316 Euro hatten ihre Eltern und Trainer Dirk Hüter für den guten Zweck zusammengebracht. Der Lohn war der Besuch eines Heimspiels der Handball-Bundesligamannschaft der MT Melsungen und eine Übungseinheit mit Roth, der bis im Frühjahr acht Jahre lang deren Trainer war.

Keine Berührungsängste

Dass er das ersteigerte Training an bekannter Wirkungsstätte halten durfte, freute den 56-Jährigen besonders. „Hier habe ich sogar selbst einige Spiele gemacht“, berichtet „Schorle“ Roth von alten Zeiten, in denen der TV Eitra ein paar Begegnungen in der Geistalhalle bestritt. Lange in Erinnerungen schwelgen will er jedoch nicht – denn die Hersfelder Zukunft, in blau-weißen Trikots, steht hochmotiviert vor ihm und scharrt mit den Hufen. „Wer möchte Nationalspieler werden?“, fragt Roth im kurzen Kennenlerngespräch zu Beginn und direkt schießen einige Finger in die Höhe. „Und wer möchte in der Bundesliga spielen?“, legt er nach und weitere Hände sind zu sehen. „Na dann schauen wir doch mal, was ihr so könnt“, sagt er daraufhin und lächelt verschmitzt: „Das größte Talent packe ich dann nachher in mein Auto und nehme es ganz einfach mit.“

Zu Beginn der Einheit stehen einige Lauf- und Koordinationsübungen auf dem Programm und schon in der ersten Trinkpause hört man leises Schnaufen. „Lächeln Jungs, immer lächeln“, ruft Hersfelds Trainer Dirk Hüter in Richtung der geröteten Gesichter. Mund abwischen und noch einmal tief atmen – und schon geht es auf dem Spielfeld weiter.

Handball sei schwierig und komplex, daher wolle er in dieser Einheit alle Elemente ein wenig üben, hatte Roth zu Beginn des Trainings erklärt. Und so stehen neben Passübungen auch Kombinationen mit Kreuzen, Stoßen und Torabschlüssen an. Engagiert macht der Hersfelder Nachwuchs bei all den verschiedenen Übungen mit – und ist das ein oder andere Mal sogar nur durch ein paar mahnende Worte des Trainers zu bremsen.

Lob vom Profitrainer

Den krönenden Abschluss am Ende der knapp 90 Minuten bildet schließlich ein Trainingsspiel. Von Beginn an wurde diesem ganz besonders entgegengefiebert. Denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit, sein ganzes Können einem Trainer mit 15 Jahren Bundesligaerfahrung zu zeigen?

Am Ende verteilt dieser auch jede Menge Lob und dürfte nach Meinung der jungen Spieler vermutlich schon in der nächsten Woche wiederkommen. Auch Roth fühlte sich in Hersfeld sichtlich wohl. Und auch wenn er letztlich kein Talent „einpackte“ - der ein oder andere der Hersfelder Jungs wird ihm vielleicht in Erinnerung bleiben.

Von Kristina Marth

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