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Christian Jung: St. Georg war ein Erlebnis

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Marathon durch eine eindrucksvolle Landschaft: Triathlet Christian Jung auf dem Weg durch die Wüste.
Marathon durch eine eindrucksvolle Landschaft: Triathlet Christian Jung auf dem Weg durch die Wüste. © Haun

Er hat es geschafft: Christian Jung startete zum zweiten Mal bei der Ironman-Weltmeisterschaft. Diesmal war St. George im US-Bundesstaat Utah Austragungsort. Jung erreichte das Ziel nach 11:20 Stunden.

St. George/USA – Es war ein Lauf voller fantastischer Eindrücke. „Es war ein Triathlon-Wettkampf, wie er abwechslungsreicher nicht sein und kaum besser organisiert werden kann. Die Landschaften unterwegs vergisst du nie“, lobt der 41-jährige Triathlet aus dem Oberaulaer Ortsteil Ibra die Organisation dieser Weltmeisterschaften in Utah in der Nähe des Zion-Nationalparks.

Allerdings schränkt er ein: „Aber es war auch anstrengend, anstrengender als andere Wettkämpfe.“ Sein Training musste er im Februar wegen einer Corona-Infektion unterbrechen und es litt, sodass die Zeiten nicht so stark waren wie bei früheren Läufen. „Aber ich habe es durchgezogen, das war wichtig.“

Doch der Reihe nach. Jung ließ es locker angehen. Die Temperaturverteilung hatte an diesem Tag für die Athleten eine breite Palette zu bieten. Von 15 Grad im Wasser morgens beim Schwimmstart im Sand Hollow Lake-Reservoir bis zu über 30 Grad sengender Wüstenhitze beim abschließenden Marathon – es war alles dabei. „Nach dem Start im Wasser hast du dich aber schnell an die Temperatur gewöhnt. Und dann geht’s auch“, erzählt Jung. 3,8 Kilometer – nach 1:12:02 Stunden kam er aus dem Wasser und schwang sich aufs Rad.

Die Radstrecke war besonders beeindruckend. „Die war genial, führte zum Teil auch durch einen Nationalpark. Es war ein echtes Erlebnis, dort zu fahren. Hohe zerklüftete Felstürme und Wüstenlandschaften wechselten sich ab. Da kommt selbst Lanzarote, wo du durch ehemalige Vulkanlandschaften fährst, nicht heran“, erzählt der Oberaulaer. Lanzarote sei bis dahin sein bester Wettkampf gewesen. Für die 180 Kilometer auf dem Rad benötigte er eine Zeit von 5:50:51 Stunden.

Das Laufen in sengender Wüstenhitze forderte ihm alles ab. Nach zehn Kilometern war er kurz davor aufzugeben. „Es war heiß, ich war fertig. An jeder Verpflegungsstation habe ich mir Eiswürfel geholt, so viele ich kriegen und mitnehmen konnte.“ Er schaffte es über die Ziellinie in noch guten 4:05:12 Stunden und in einer Gesamtzeit von 11:20:04 Stunden.

Die besten fünf Starter hinter dem Norweger Kristian Blummenfelt brachten es sogar auf Zeiten unter acht Stunden. „Sie dürfen auch früher ran und haben gerade bei der Radstrecke andere, günstigere Windverhältnisse. Das erklärt ein Stück ihre Schnelligkeit“, erläutert Jung die Spitzenzeiten. Nach dieser Weltmeisterschaft wird der 41-Jährige erst einmal eine Pause einlegen. „Ich habe schon alle größeren Wettkämpfe in diesem Jahr abgesagt und werde erst einmal gar nichts mehr machen“, verrät er. „Vielleicht werde ich im kommenden Jahr wieder starten. Aber das Ganze ist eine Zeitfrage.“

Von Hartmut Wenzel

Abgesessen: Triathlet Christian Jung beim Training in der Nähe von St. George.
Abgesessen: Triathlet Christian Jung beim Training in der Nähe von St. George. © Haun

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