Jung erhofft sich Startplatz für Hawaii 

+
In Frankfurt am Start: Triathlet Christian Jung (Foto links) will die Quali für Hawaii schaffen.

Christian Jung aus  Oberaula hofft, beim Triathlon in Frankfurt die Quali für die Weltmeisterschaft in Hawaii zu packen.

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und zum Abschluss der Marathonlauf bei extremen Temperaturen – der Ironman am Sonntag in Frankfurt wird zu einer wahren Hitzeschlacht.

Um die Temperaturen beim Streckenverlauf für die Athleten einigermaßen erträglich zu gestalten, hat der Veranstalter die Marathonstrecke rund um das Mainufer für circa 700 Meter in den Schatten verlegt. „Sonst hätten wir die ganze Zeit nur in der Sonne laufen müssen“, sagt Christian Jung.

Eigentlich hatte der aus dem Oberaulaer Ortsteil Ibra stammende Jung vor, erneut die Quali für die im Oktober auf Hawaii stattfindenden Weltmeisterschaften zu packen. Zehn Startplätze stehen dafür in seiner Altersklasse von 35 bis 39 Jahren zur Verfügung. „Doch ob ich das unter diesen Bedingungen schaffen werde, ist eine andere Frage“, sagt er. „Eigentlich hab’ ich Hawaii schon gecancelt.“

Insbesondere das Schwimmen wird ihm zu schaffen machen. Start ist um 6.30 Uhr am Langener Waldsee. „Wir werden nicht drumherum kommen, am Sonntag ohne Neopren-Anzug zu schwimmen“, sagt er. „Die Wassertemperatur liegt im Langener Waldsee schon bei 24 Grad.“ Ohne Anzug sei er aber über zehn Minuten langsamer. „Und die anderen haben einen wesentlich besseren Schwimmstil als ich.“ Jung kennt einige seiner Altersklassenkonkurrenten..

Jung weiß nicht, ob er den Zeitverlust beim Schwimmen aufholen kann. Die Radstrecke – hier geht es bis nach Bad Vilbel auf den „Heartbrake Ridge“ und zurück – sowie die Laufstrecke am Mainufer – die Zehn-Kilometer-Distanz muss viermal durchlaufen – wird ihm alles abverlangen „Das wird extrem schwierig. Und das alles bei den Temperaturen. Aber die Bedingungen sind für alle gleich. Vielleicht geht ja doch was. Wer weiß, wie die anderen auf die Temperaturen reagieren“, sagt er und hofft insgeheim doch auf eine gute Zeit – und auf einen Startplatz.

Wie schon so oft in der Vergangenheit hat er sich auch diesmal wieder intensiv seit einem halben Jahr auf den Wettbewerb vorbereitet. Das heißt, pro Woche hat er zwischen 400 und 500 Kilometer auf dem Rad abgespult, ist 60 bis 80 Kilometer gelaufen und ist bis zu zehn Kilometer geschwommen. Und hat einen Triathlon in Hannover über die Mitteldistanz bestritten, der recht gut verlief. In seiner Altersklasse wurde er Zweiter.

Probleme hat ihm in dieser Zeit immer wieder sein neues Rad bereitet. „Da war immer wieder etwas defekt, mal an der Schaltung, mal an den Bremsen, mal am Ritzel.“ Die Reparaturen wurden zwar auf Kulanz behoben, aber jedes Mal fehlte das Rad ein paar Tage, sodass er immer wieder auf sein altes zurückgreifen musste. „Trotzdem ist die Vorbereitung gut verlaufen“, sagt er. Am Sonntag will er aber sein neues Rad nehmen: „Hoffentlich macht es diesmal keine Zicken.“

Sollte es in Frankfurt nicht mit der Quali für Hawaii klappen, dann hat Jung noch eine Chance. Er hat sich für den Ironman in Hamburg angemeldet, der im letzten Jahr wegen Blaualgengefahr in der Alster kurzfristig in einen Duathlon umfunktioniert wurde. Jung startet am Sonntag für die Triathlonabteilung des SC Neukirchen, für den auch der Kirchheimer Andreas Stöcklein an den Start geht. Für den Gershäuser ist es der erste Triathlon über die Langdistanz. Für Stöcklein war vor kurzem ein Mitteldistanz-Triathlon in Heilbronn sehr gut verlaufen.

Langdistanz-Debütanten sind auch Lars Hildebrand und Pascal Weiß, beide aus Ludwigsau. „Ich hoffe bis 18 Uhr über der Ziellinie zu sein“, sagt Hildebrand, der aus Reilos ist – und lacht. Zum Triathlon ist er über einen Arbeitskollegen gekommen, in der Mannschaft war er schon in Gershausen dabei.

In der Vorbereitung hat er einen kleinen Triathlon in Fulda absolviert, sowie einen einwöchigen Radurlaub auf Mallorca. „Das lief ohne Probleme. Damit war ich sehr zufrieden.“ Zu den Teilnehmern am ironman in Frankfurt gehört vom SC Neuenstein auch Sven Starkloff.

Kommentare