Interview

TVH-Trainerin Sabine Teichmann: "Schiri war überfordert."

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Sabine Teichmann trainiert die Handballerinnen des TV Hersfeld.

Die Handballerinnen des TV Hersfeld haben am Sonntag die Tabellenführung mit einem 23:23 im Bezirksoberliga-Spitzenspiel in Reichensachsen verteidigt. In der Schlussphase verspielten die Hersfelderinnen allerdings eine komfortable Führung. Wir haben mit Trainerin Sabine Teichmann gesprochen.

Frau Teichmann, wie groß ist die Enttäuschung über den verschenkten Sieg?

Sabine Teichmann: Wir waren nach dem Schlusspfiff etwas zweigeteilt, denn das Unentschieden war schon eine gefühlte Niederlage. Auch mit einem Tag Abstand sage ich, dass wir dieses Spiel unter anderen Umständen in jedem Fall gewonnen hätten.

Was waren die Gründe dafür, dass Ihre Mannschaft in der Schlussphase noch einen Sieben-Tore-Vorsprung verspielt hat?

Teichmann: Ganz ehrlich? Wir hatten keine Chance gegen das Kampfgericht und vor allem den Schiedsrichter. Der junge Mann, der aus dem zehn Kilometer entfernten Datterode kam, war total überfordert und hat nach 40 Minuten alles dafür getan, die Partie noch zu drehen. Es lag nicht an Reichensachsen, dass sie noch einen Punkt geholt haben. Wir haben ja zum Schluss nur noch in Unterzahl gespielt und teilweise zu dritt auf dem Feld gestanden, Der Ausgleich war dann ein absolut unberechtigter Siebenmeter in der allerletzten Sekunde.

Wie zufrieden waren Sie mit der Leistung ihres Teams?

Teichmann: Sehr zufrieden. Die Mädels haben alles gegeben und auch all das, was wir uns vorgenommen hatten, gut umgesetzt. Nicht umsonst haben wir in einem Spitzenspiel bis zur 50. Minute mit sieben Toren geführt.

Wie kommt es, dass Katharina Hüter (41) wieder unter den Torschützinnen zu finden ist?

Teichmann: Katha war mein Joker. Sie trainiert ab und an freitags mit uns. Sie hat sofort zugesagt, als ich sie gefragt habe, ob sie spielen will. Mit ihrer Erfahrung ist sie für zehn oder 15 Minuten noch immer eine Verstärkung. Sie hat das gut gemacht und auch wichtige Tore geworfen.

Ihr Team ist Tabellenführer und würde den direkten Vergleich gegen Reichensachsen gewinnen. Wie sehen Sie die Chancen im Titelkampf?

Teichmann: Wir müssen zwar noch nach Böddiger und Fulda, aber das Potenzial für ganz vorn ist da. Wir müssen uns vor den Konkurrenten nicht verstecken.

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