Zukunft des Juniorenfußballs

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg gilt das Norweger-Modell bisher nur für Kreisklassen

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Es scheint, als sei er an einem ersten Ziel angelangt: Martin Sygula, Jugendleiter des SV Kathus. Seine Solztaler C-Junioren-Fußballer schließen sich mit denen des SV Unterhaun zusammen. 

Bad Hersfeld. Der Hessische Fußball-Verband beabsichtigt, das „Norweger-Modell“ auch im Nachwuchsfußball einzuführen. 

Es erlaubt unter anderem, dass C-Junioren (12 bis 14 Jahre) künftig nicht mehr nur auf 11er-Feld, sondern auch auf Neuner- oder sogar 7er-Feld spielen. Bisher ist es im Kreis Hersfeld-Rotenburg nur in der Kreisklasse, der untersten aller Ligen, gestattet. In den höheren Kreisligen, die seit einigen Jahren kreisübergreifend spielen, hingegen noch nicht. Hier machen in erster Linie Auf- und Abstiegsregelungen dem (noch) einen Strich durch die Rechnung.

„Bisher hat das Norweger-Modell speziell im Mädchen- und Frauenfußball eine Rolle gespielt“, sagt Ralf Ehle, 55-jähriger Referent für den Schulfußball im Kreisjugendausschuss und Stellvertretender Kreisjugendwart in spe.

Nur vereinzelte Anfragen

Wir erinnern uns: Die Frauen des TSV Ransbach wurden jetzt Meister der Kreisoberliga Nord, der Aufstieg in die Gruppenliga aber war ihnen untersagt. Beim männlichen Nachwuchs habe es „vereinzelt Anfragen der Vereine gegeben in den vergangenen Jahren; gerade bei den D-Junioren, die eine zweite Mannschaft auf 7er-Feld melden wollten“, erklärt Ehle.

Eine Entscheidung, ob das Norweger-Modell auch in den Kreisligen zur Anwendung kommen könne, gibt es am heutigen Freitag bei der Einteilung der Ligen des Nachwuchsfußballs in Michelsrombach. „Generell soll es so sein“, übt sich der 55-Jährige in Funktionärs-Deutsch, „dass wir im Kreis entscheiden, was wir selbst machen. Kreisübergreifend aber sind andere Kreise mit eingebunden. Da können wir nur kommunizieren. Wir müssen abwarten, was sich am Freitag ergibt“.

Der Blankenheimer Ehle, zuvor Klassenleiter im unteren Altersbereich und seit Kurzem in der engeren Führungsspitze des Sportkreises, hält die Einführung des Norweger-Modells für sinnvoll. Und überfällig. „Um überhaupt die Vereinsstrukturen aufrechterhalten zu können, müssen wir das machen. Dass der Verband das Norweger-Modell einführt, kommt bald. Es ist eine gute Sache.“

Erfolgreich praktiziert

In anderen Landesverbänden werden Teile seit Jahren erfolgreich umgesetzt – auch in Hessen müsse der Verband nach Möglichkeiten suchen und Alternativen schaffen, den kickenden Nachwuchs bei der Stange zu halten. „Wir werden bald Zeiten erleben, in denen es nur noch zwei A-Junioren-Mannschaften in unserem Kreis gibt“, bemerkt der 55-Jährige. Um dann mit diesem immer stärker werdenden und seit Jahren bekannten Schrumpfprozess umgehen zu können. 

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