„Ich hab viel mit der Nase gemacht“

Fußballer Christian Winter spricht im Interview über Torriecher, seinen Wechsel und Sohn Joshua

Fußball, Christian Winter (links) im Zweikampf mit Marc Blucha
+
Eins mit dem Ball: Torjäger Christian Winter (in Weiß) im Trikot der SG Wildeck im Zweikampf mit Haunetals Marc Blucha.

Torjäger Christian Winter wechselt zu Beginn der kommenden Saison von der SG Wildeck zum Fußball-A-Ligisten SG Rotensee/Wippershain/Schenk-lengsfeld.

Herr Winter, Sie wechseln zu Beginn der neuen Saison von der SG Wildeck zum A-Ligisten Rotensee/Wippershain/Schenklengsfeld. Warum?

Das ist eigentlich ganz einfach. Ich lebe mit meiner Familie in Schenklengsfeld und dachte mir, zum Ende der Karriere ist es vielleicht nicht schlecht, noch mal zu Hause zu spielen.

Sie werden dort nur Spieler sein oder Spielertrainer?

Ich bin spielender Co-Trainer sozusagen und werde den „Stoni“, also Coach Martin Stein, unterstützen.

Aber Sie wollen schon regelmäßig auf dem Feld stehen?

Na klar.

Corona ist Mitte März auch den Fußballern brutal dazwischen gegrätscht. Hält sich ein alter Hase wie Sie dennoch fit?

Naja, ich war ja noch nie der große Läufer (lacht). Wir haben mit Rotensee/Wipp. jetzt mal einen lockeren Aufgalopp hingelegt. Was halt so möglich ist. Und davor habe ich mich mit meinem ältesten Sohn Joshua fit gehalten. Wir waren immer mal laufen, haben ein bisschen Fußball-Tennis gespielt und ein paar Übungen für die Spritzigkeit gemacht.

Bitte nicht falsch verstehen: Aber können Sie mit ihrem 13-jährigen Sohn beim Laufen denn noch mithalten?

Ganz ehrlich? Das wird eng. Er ist schon ein bisschen schneller unterwegs als ich.

Ihr Sohn Joshua gilt als talentiert und will demnächst für Viktoria Fulda in der Hessenliga spielen. Ist er auch ein Torjäger wie der Papa?

Nee, er spielt eher defensiv. Zuletzt als Innenverteidiger.

Sehen Sie auf dem Rasen Parallelen zwischen Vater und Sohn?

Eher nicht. Das ist wegen der unterschiedlichen Positionen schwer zu vergleichen. Ich war ja nie ein Bewegungswunder und habe viel mit der Nase gemacht. Joshua ist eher ein Dauerläufer. Ich weiß nicht, von wem er das hat.

Christian Winter, Fabian Kallée und Christian Pfeiffer sind die Torjäger der Region. Wissen Sie eigentlich, wie viele Treffer Sie in Ihrer Laufbahn markiert haben?

Nein das weiß ich wirklich nicht. Aber ich weiß, dass ich für Wildeck in 145 Pflichtspielen wohl 137 Tore gemacht haben muss. Das haben Sie jedenfalls zuletzt bei meiner Verabschiedung gesagt.

Erinnern Sie sich noch an Ihren wichtigsten Treffer?

Naja, ich werde 38 Jahre alt. Da waren schon viele wichtige Treffer dabei. Ich erinnere mich an ein Tor in der Regionalliga mit Borussia Fulda. Das war der Siegtreffer gegen die Stuttgarter Kickers. Und ich weiß bis heute nicht, warum das Tor Thomas Winter zugeschrieben wurde.

Und was war das schönste Tor?

Das war in der A-Jugend mit Borussia Fulda im Trainingslager auf Mallorca. Da habe ich fast von der Eckfahne in den Knick getroffen. Das weiß ich noch genau.

Eigentlich würde derzeit die Fußball-EM stattfinden. Trauern Sie dem Turnier ein wenig hinterher?

Eine WM oder EM ist schon immer ein Highlight. Da ist im Städtchen was los, und man guckt gemeinsam mit Freunden. Aber derzeit ist die Situation halt ganz speziell. Ich sehe es deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es gibt Wichtigeres als Fußball.

Sie werden 38 Jahre alt. Wie lange wollen Sie noch auf dem Platz stehen?

So lange es mir noch Spaß macht, auf jeden Fall. Und natürlich so lange die alten Knochen halten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare