Handball im Blickpunkt

HSG Werra WHO hat Respekt vor der Landesliga

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Kaum aufzuhalten: Frantisek Chyba (in Rot) und die Handballer der HSG Werra WHO sind auf dem Weg zum Titel kaum noch zu stoppen. Wohl auch nicht vom ärgsten Verfolger Landeck/Hauneck wie hier auf unserem 

Heringen. Nein, Achim Schneider bleibt bescheiden. „Es sieht ganz gut aus“, kommentierte der Sportliche Leiter des Handball-Bezirksoberligisten HSG Werra WHO 09 kürzlich den Tabellenstand.Mittlerweile führt die WHO vier Spieltage vor Schluss mit drei Zählern vor dem Tabellenzweiten Landeck/Hauneck, und angesichts der Tatsache, dass sie erst vier Minuspunkte auf dem Konto hat, ist der Landesliga-Aufstieg mehr als nur ein Wunschtraum, auch wenn Schneider weiterhin sagt: „Wir schauen von Spiel zu Spiel.“

Was hat die WHO so überlegen gemacht, dass sie die Klasse derart beherrscht hat? „Wir haben eine sehr schnelle und spielstarke Mannschaft“, urteilt Schneider, verweist aber vor allem auch auf den breiten Kader. „Wir haben 14 Leute, die wir ohne Bedenken durchwechseln können, ohne dass Substanz verloren geht. Damit können wir auf jede Situation flexibel reagieren.“

Was auch bedeutet: Wenn dem Gegner die Puste ausgeht, weil dessen Bank dünn besetzt ist, setzt sich die WHO erst recht durch. „Die Motivation stimmt außerdem im kompletten Kader“, schiebt der sportliche Leiter nach, der folglich auch niemanden herausheben will. Dennoch fällt auf: Sebastian Wolf, Frantisek Chyba, Nebjosa Raljic – sie alle treffen meist, wie sie wollen. Und: Hält sich der eine mal zurück, ist eben der andere in Topform. So auch beim 36:26 am vergangenen Wochenende, dem zehnten Sieg der Mannschaft in Serie.

Was eine Etage höher von der Überlegenheit, mit der die WHO mutmaßlich dem Aufstieg entgegenmarschiert, übrig bliebe? Achim Schneider lacht: „Überhaupt nichts!“

Verstärkungen sind nötig

Die Landesliga, das wissen er uns seine Mitstreiter aus Widdershausen, Heringen und Obersuhl, „ist eine ganz andere Hausnummer“. Schneider verweist auf Aufsteiger der Vergangenheit wie Körle/Guxhagen und Eschwege, die es schwerhaben, oder Ost-/Mosheim, dem gar der sofortige Wiederabstieg droht.

„Wir müssten natürlich im Kader nachlegen“, sagt Schneider und präzisiert: „Einen fertigen Linkshänder bräuchten wir, dazu gibt’s ein bis zwei weitere Baustellen. Der Kader darf vor allem nicht kleiner werden.“ Man sondiere den Markt – Namen nennt Schneider allerdings keine. Nur so viel: „Im Werratal ist es nicht einfach.“ Logisch – die besten Handballer aus der Region zieht es meist nach Rotenburg oder Bad Hersfeld. „Und die Thüringer kommen nicht, weil sie in Hessen nicht mit Harz spielen dürfen.“

Da beruhigt es ihn, dass Trainer Jörg Fischer seiner Kenntnis nach weitermacht. Zudem möchte die WHO die Kameradschaft in die Waagschale werfen. „Bei uns macht Handball einfach Spaß“, schwärmt Schneider, „wir sind alles Freunde. Acht Spieler aus unserem Kader stammen aus unserer Jugend. Und wir wollen alles daran setzen, dass wir, wenn wir aufsteigen, in der Klasse bleiben.“

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