Heute Abend Kommers in der Friedewalder Festhalle mit Ehrungen und Tanzkapelle

Historischer Händedruck

Wimpeltausch zwischen den Mannschaftskapitänen: Thomas Schütrumpf vom TSV Friedewald (rechts) und Bernd Witzel aus Wernshausen drücken sich beim ersten deutsch-deutschen Fußballspiel nach der Grenzöffnung in Friedewald am 16. November 1989 die Hand. Foto: pr

Friedewald. Der TSV Friedewald feiert heute Abend ein besonderes Fest. Der Verein unterhalb des Dreienbergs wird 100 Jahre alt.

Es ist eine bewegende Chronik, die Sportwart Heinrich Reinmüller heute Abend vortragen wird. Sie reicht über Turnen, Fußball, Skisport, Wandern und Gymnastik. Der 457 Mitglieder große TSV Friedewald deckt auch heute noch eine breite Palette im Sport ab. Doch ein Ereignis ragt aus der Geschichte des Vereins heraus: Und das fand im Jahre 1989 statt. In diesem Jahr schrieb der TSV ein Stück deutsche Fußballgeschichte. Die spielte sich am Sonntag, dem 16. November 1989, kurz nach der Grenzöffnung, am Sportplatz in der „Großen Hohle“ unterhalb der Autobahn ab. TSV Friedewald gegen die BSG „Aufbau“ Wernshausen so lautete die Paarung – Mannschaft West gegen Mannschaft Ost.

Blitzlichtgewitter beim Anstoß

Erstmals trafen zwei deutsche Teams kurz nach der Grenzöffnung aufeinander, ohne das um Ausreisegenehmigungen gebeten und langwierige Passformalitäten erfüllt werden mussten. Im Blitzlichtgewitter der Fotografen drückten sich die beiden Spielführer, Thomas Schütrumpf von Friedewald und Bernd Witzel aus Wernshausen, kurz vor dem Anstoß die Hand und tauschten die Vereinswimpel aus. Zuvor, im Sommer 1989 lagen Frankfurt und Hamburg noch irgendwie näher an Friedewald, als das nur 40 Kilometer bei Schmalkalden liegende Wernshausen. Das änderte sich erst, als der „Eiserne Vorhang“ am 9. November gefallen war. Die Begegnung hatten damals der erste Vorsitzende von Friedewald, Gerhard Kimmel, sowie der Trainer von Wernshausen, Ernst Luck vereinbart.

Ergebnis zweitrangig

Friedewalds damaliger Bürgermeister Werner Schäfer fand damals einen treffenden Vergleich: „Für uns ist diese Partie so bedeutend wie für die Menschheit seinerzeit die Mondlandung.“ Das Ergebnis - ein 3:3 Unentschieden - spielte eine nachrangige Rolle. Viel wichtiger war, bei einem Glas Glühwein die Erörterung der gesamtpolitischen Lage an diesem Tag, der ein Stück Sportgeschichte schrieb. (wz)

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