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Zweite Hälfte beim furiosen 41:28 in Hünfeld lässt Hersfelder Fans schwärmen

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Durchgesetzt: Sven Wiegel (in Weiß) und der TV Hersfeld ließen dem Hünfelder SV am Samstag keine Chance.
Durchgesetzt: Sven Wiegel (in Weiß) und der TV Hersfeld ließen dem Hünfelder SV am Samstag keine Chance. © Friedhelm Eyert

Beim 41:28-Sieg am Samstag in Hünfeld legten die Handballer des Landesligisten TV Hersfeld einen furiosen Auftritt hin. Dem Erfolg aber haftete bitterer Beigeschmack an.

Dass Derbys, gleich ob im Fußball oder im Handball, zumeist unter einem besonderen Stern stehen und auch oft ebenso umkämpft wie verbissen geführt werden, ist das Salz in der sportlichen Suppe.

Aber, und das gilt für alle Begegnungen: Die Gesundheit der Akteure muss klar im Vordergrund stehen, ohne Wenn und Aber. Und exakt dieser Punkt brachte bereits nach zwölf Minuten die Seele der Fans des Handball-Landesligisten TV Hersfeld beim Spiel in Hünfeld zum Kochen, brachte Hektik und Aggressivität auf dem Feld wie auf den Rängen.

Wieder brutales Foul

Wie so oft zuletzt war es wieder ein brutales Foul am großem Hersfelder Talent Lasse Reinhardt, der vom Hünfelder Spieler Jannik Bachus voll im Gesicht getroffen wurde. Zwar spielte Reinhardt nach einer Pause weiter, signalisierte aber im zweiten Abschnitt „nichts geht mehr“ und verließ das Feld. Hier sind aber auch der Spieler selbst und die Verantwortlichen des TVH in der Pflicht, über seinen, vielleicht zu frühen Einsatz nach überstandener Gehirnerschütterung, nachzudenken.

Als sich dann kurz darauf Hünfelds Fixpunkt Felix Kircher schwer am Knöchel verletzte, und die mehr und mehr unsicheren Schiris keine Strafe aussprachen, ging der heimische Anhang auf die Barrikaden. Danach war zumindest für den Rest der ersten Hälfte Gift im Spiel – zuviel Gift, um ein schönes Handballspiel sehen zu können. 

Diskutable Rote Karte

Die umstrittene Rote Karte gegen Michael Krause auf Hersfelder Seite „rundete“ das hitzige Geschehen ab. „Über die Schiris sage ich, obwohl es was zu sagen gäbe, nichts, denn es ist ein Ehrenamt. Zumindest bis zur Pause haben wir gut mitgehalten. Aber nach dem Ausfällen von Bachus und Kircher, hatte unser dünner Kader danach nichts zuzusetzen. 

Das nutze der bewegliche TVH durch schnelle und einfache Konter zum Sieg“, bilanzierte Hünfelds Trainer Holger Hölzinger emotionslos. Das sah auch der verletzte Felix Kircher so, der den Schiris mit auf den Heimweg gab, „dass sie das Spiel schon früh versaut hätten“. Kapitän Fabian Sauer ergänzte, dass der dünne Kader dem Tempo des TVH nichts entgegensetzen konnte und auch die kurze Deckung nichts brachte.

Ähnelte zum ende einem Schaulaufen 

Eitel Sonnenschein dagegen bei den Gästen ob des grandiosen, am Ende einem Schaulaufen ähnelndem Kantersiegs. „Ich bin stolz auf meine Jungs, ich habe nur die ersten Minuten zu kritisieren, als wir unkonzentriert und pomadig wirkten. 

Andy Krause war toll im Mittelblock, beide Keeper super und am Schluss hatten wir mehr Körner“, zog ein zufriedener Christian Weiß Bilanz, der auch seinen flinken und treffsicheren Youngster Jannis Deppe und Jonas Rübenstahl ein Lob aussprach. „Über meine Rote Karte war ich erstaunt, doch das hat uns nicht umgeworfen. Ab der 45. Minute waren wir für Hünfeld, das schwächer war als zuletzt, einfach zu schnell“, meinte „Michi“ Krause.

Von Michael W. Rimkus

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