Heringer Grasbahnrennen: Ein (fast) perfekter Wettbewerb

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Abschied mit einem ersten Platz: Oliver Wehrle beendete seine Karriere, die einst in Heringen begann, mit einem Erfolg in der Gespannklasse. 

Der AMCC Heringen hat schon einige große Rennveranstaltungen ausgerichtet. Das Grasbahnrennen vom vergangenen Wochenende hielt alles, was es im Vorfeld versprach.

Es passte einfach alles am Wochenende in den Werra-Auen: Der AMCC Heringen hatte sein jährliches Grasbahnrennen diesmal vom August in den Juli verlegt und landete damit einen Volltreffer, denn bei idealen Witterungsbedingungen wurde ein spannendes Rennen mit vollen Fahrerfeldern geboten und die Zahl der Besucher an der Bande des Rennovals dürfte die Statistiken der letzten Jahre deutlich übertroffen haben. Fast 400 Zuschauer wollten die Läufe sehen.

Schon am Samstag, als leichter Nieselregen als Gegenmittel einer Staubentwicklung auf der Grasbahn wirkte, wurden Trainings und die ersten Rennläufe der Quads und Speedkarts gefahren. Am Sonntagmittag ab 13.00 Uhr ging es dann ans „Eingemachte“. Nach der prunkvollen Fahrervorstellung wurden 36 Rennläufe in nicht weniger als neun Klassen gestartet.

Im Mittelpunkt standen die acht Läufe der Seitenwagenklasse. Mit dem ehemaligen Deutschen Meister Oliver Wehrle und Co-Pilot Peter Lehmann (Furtwangen) gewann ein Team, das drei Jahre pausiert hatte und in Heringen sein letztes Rennen fahren wollte: „Ich habe hier in Heringen mein erstes Rennen gefahren und wollte auch mein letztes hier bestreiten“, erklärte der Schwarzwälder.

Grüßt als Sieger: Der erst 17-jährige Mario Niedermeier gilt im Bahnsport als großes Talent. Er gewann in Heringen die B-Soloklasse.

In der B-Lizenz-Soloklasse, die erstmals seit mehreren Jahren wieder in Heringen startete, waren alle Augen auf den Heringer Lokalmatadoren Mike Todt gerichtet. Auch er gab nach mehrjähriger Rennpause ein möglicherweise einmaliges Comeback. Todt erreichte unter zwölf Teilnehmern den Finallauf, in dem er sich hinter Mario Niedermaier (Lanquaid) und Roland Körner (Schmallenberg) als Dritter platzierte.

Im Tagesergebnis reichte es für Todt aber hinter dem 17-jährigen Niedermaier, Dennis Helfer (Weilheim) und Körner nur für Platz vier. Bei der Siegerehrung antwortete er auf die Frage, ob es tatsächclich sein letztes Rennen gewesen sei: „Es fängt langsam wieder an, Laune zu machen.“

Damit aber nicht genug „Todt“ beim Grasbahnrennen: Sohn Hendrik belegte in der Enduroklasse Platz 6; Sieger wurde hier der Heringer Rene Pawlack. Und Mike Todts Tochter Leonie gab in der Rookiesklasse der Quads ihre Rennpremiere und konnte mit Platz fünf einen ordentlichen Einstand bilanzieren.

Legende: Renn-Oldie Paddy Thorne gönnt sich ein Nickerchen zwischen den Läufen.

In den sechs Quad- und Speedkartklassen ging es um Meisterschaftspunkte zur Maxxis Reifen Deutschen DMV Shorttrack Quad Meisterschaft. Bei den sechs Speedkarts waren der Kerspenhausener Peter Heußner und der amtierende Meister Ingo Duttine, der für den AMCC Heringen startet, dabei. Auf der für die Karts sehr schwierigen Strecke gewann zwar Duttine den Finallauf vor Heußner und dem Wartenburger Dennis Wilke, doch mit drei Siegen in den Vorläufen konnte Heußner die Konkurrenz punktemäßig überflügeln und holte seinen ersten Tagessieg seit vielen Monaten.

Um 16.55 Uhr waren alle 36 Rennen abgewickelt und der AMCC mit seinem neuen Vorsitzenden Michael Sieler konnte sich mit Fahrern und Zuschauern über ein unfallfreies, fast perfektes Rennen freuen.

Von Thomas Schiffner

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