FUSSBALL Hessenligist Hünfeld baut auf zwei starke Torhüter aus Hersfeld

Trainer Helmke zieht Brunner vor

Hünfelds Torhüter Fabian Brunner schmeißt sich in einen Schuss.
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Ist die neue Nummer eins: Fabian Brunner, hier noch im Trikot der SG Festspielstadt. Der neue Mann im Tor bestritt am Samstag sein erstes Punktspiel für den Hünfelder SV.

Fabian Brunner ist nach dem 1:1-Unentschieden zum Saisonauftakt gegen Rot-Weiß Walldorf die neue Nummer eins im Tor beim Fußball-Hessenligisten Hünfelder SV.

Hünfeld/Bad Hersfeld – Als Luxusprobleme bezeichnet man allgemein Probleme, die eigentlich keine sind. Und so ein Luxusproblem hat Johannes „Johnny“ Helmke auf der Torhüterposition.

Der neue Trainer des Fußball-Hessenligisten Hünfelder SV hat zwei sehr gute Keeper im Kader, beide spielten zuvor in Bad Hersfeld: Sebastian Ernst und Fabian Brunner. Am vergangenen Samstag, nach dem 1:1 zum Saisonauftakt gegen Rot-Weiß Walldorf hat sich Helmke aber festgelegt: „Brunner ist für mich die neue Nummer eins bei uns im Tor.“

Ausschlaggebend für den Trainer waren nicht nur die guten Leistungen in diesem Spiel, sondern in der gesamten Vorbereitung. „Fabian hat da prima mitgezogen, hat alle Trainingseinheiten bestritten, hat in den Tests beste Reaktionen gezeigt. Sebastian dagegen hatte einige Male gefehlt.“ Der ehemalige Hessen-Keeper, bereits im fünften Jahr in Hünfeld, saß am Samstag noch nicht einmal auf der Bank. Ersatztorhüter war Pascal Baumgart aus der Reserve, was aber auch daran lag, dass der 29-Jährige Hersfelder sich im Abschlusstraining am Knöchel verletzte.

Überdies: Die von Helmke monierten „Fehlzeiten“ sind durch Ernsts Lehrgang in der Sportschule Malente entstanden. Dort absolvierte der B-Scheininhaber einen Torwarttrainer-Leistungskurs unter Leitung der beiden ehemaligen Bundesliga-Keeper Klaus Thomforde (ehemals St. Pauli) und Jörg Daniel (Düsseldorf). „Der Termin für den Kurs lag jetzt aufgrund der Verschiebungen durch Corona in der Vorbereitung, das war leider nicht zu ändern“, erklärt Ernst. Die Helmke-Entscheidung pro Brunner versteht er nicht nur, er stützt sie sogar: „Fabian hat gut trainiert, ich habe gefehlt. Was würde ein Trainer für Signale hinsichtlich der Motivation aussenden, wenn er sich nicht für ihn entscheiden würde?“

War auf einem Torhüterlehrgang: Sebastian Ernst, links, hier im Spiel gegen den KSV Hessen Kassel, rechts Michael Dawid.

Brunner und Ernst – es ist ein Duo, das menschlich passt. Beide haben einen hohen Leistungsanspruch an sich selbst. Schon allein aus diesem Grund verstehen sie sich prima, sie fahren sogar gemeinsam aus Bad Hersfeld ins Training nach Hünfeld. „Von Sebastian kann ich noch ein bisschen lernen“, sagt Fabian Brunner, der selbst nur allzu gut weiß, dass ein Trainer seine Entscheidung wieder zurücknehmen kann.

Verletzungen oder die kleinste Unachtsamkeit – im schnelllebigen Fußballgeschäft wird man ganz schnell zum Bankdrücker. Wer mit Druck nicht umgehen kann, produziert Fehler – und ist gleich wieder draußen.

Wie zum Beispiel am Samstag in der Nachspielzeit. Das 1:1 nimmt Brunner auch auf seine Kappe. „Ich hätte das Ding weiter wegfausten müssen.“ So kam der Ball zurück, es entstand ein „Kuddelmuddel“ (Brunner) vor dem Tor - und plötzlich lag der Ball drin – ein Wermutstropfen auf eine ansonsten starke HSV-Leistung, garniert von Brunner mit Glanzparaden. Das Tor hat ihm keiner angekreidet. Es war im übrigen nicht das erste Hessenligaspiel, das der 23-Jährige bestritt. Er stand schon bei seinem Heimatverein Ederbergland bei einigen Begegnungen in der Liga zwischen den Pfosten. Von Ederbergland kam er zunächst wegen der Ausbildung nach Bad Hersfeld. Inzwischen ist er in der Region heimisch geworden, denn seine Freundin Emma stammt aus Rothemann bei Eichenzell.

Zurück zum Fußball: Hünfeld muss am Sonntag die schwere Aufgabe in Friedberg lösen. Es ist die nächste Bewährungsprobe für die neue Nummer eins. „Es wird schwer“, sagt Brunner. „Einen Punkt würde ich sofort unterschreiben.“

Von Hartmut Wenzel

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