Hell of the Brave-Lauf: „Ich seh’ jetzt aus wie Rambo“

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Die Staffel von K+S überquert das letzte Hindernis (links).

Hohenroda. Sich einmal fühlen wie Rambo, einmal Actionheld sein – dieser Wunsch ging am Samstag für 250 Helden in Hohenroda bei der Premiere des „Hell of the Brave“-Laufes in Erfüllung.

Sich einmal fühlen wie Rambo, einmal Actionheld sein – dieser Wunsch ging am Samstag für 250 Helden in Hohenroda bei der Premiere des „Hell of the Brave“-Laufes in Erfüllung. Es ist ein Lauf, der gespickt ist mit Sprüchen, dramatischen Szenen und Sportsgeist, zusammengefasst in einem Minutenprotokoll.

Beim Hell of the Brave-Lauf machen viele Veteranen mit. 

10.59 Uhr:Der Countdown im Ransbacher Stadion läuft. 10, 9, 8 ... dann der Startschuss. Die Läufer, die in zwei Blöcken starten, wissen nicht, was sie unterwegs erwartet. Einigen sieht man an, dass sie echte „Braveheart“-Veteranen sind. Sie starten im schottischen Kilt, manche bunt bemalt, einige mit freiem Oberkörper, ein paar sogar barfuß.

Das Motto: Wer an einem solchen Lauf teilnimmt, muss verrückt und dementsprechend gekleidet sein. Einer hat ein weißes Hemd an, Schlips und Sonnenbrille. „Ich hab’ nachher noch ein Vorstellungsgespräch“, sagt er und grinst.

Teamarbeit war an den Schlamm- und Matschlöchern gefragt. 

11.05 Uhr: Den Ersten ist das Lachen vergangenen. Schon im Stadion geht es durch eine Schlammgrube, unter einem Drahtverhau durch, auf einem Steilstück hoch. Dann geht es über die stillgelegte Bahnstrecke Richtung Oberbreitzbach. 11.40 Uhr: Die ersten haben einen großen Reifenstapel in Oberbreitzbach erreicht. „Ihr seht ja noch alle frisch aus“, ruft einer der zahlreichen Zuschauer. Das Team Hohenroda mit Bürgermeister Andre Stenda an der Spitze wird mit großem Hallo begrüßt. Dann hangeln sich die Helden über einen fast trockenen Teich. Hohenroda hat perfekte Bedingungen für so einen Lauf.

12.10 Uhr:Richtung Hotelpark ist ein rund 100 Meter langer Drahtverhau über Paletten aufgebaut. Mit Schwachstrom. 100 Meter über die Grasnarbe – das schlaucht. Der erste Kämpfer muss Pause machen. Und sich erst einmal eine Zigarette anstecken. „Den Irrsinn mach ich nicht lange mit“, sagt er – und robbt weiter.

Über meterhohe Strohballen ging es in Mansbach. 

12.35 Uhr: Der DLRG-Schwimmer vor dem Teich im Hotelpark hält auf die Frage, wie kalt das Wasser sei, Daumen und Zeigefinger einen Zentimeter auseinander. „So ungefähr“, sagt er, „maximal 12 Grad“ - brrrr.... Einer meint: „Die haben hier alle Matsch in der Birne.“ Das hört Joachim von Hippel, der Organisator, der gerade vorbeikommt. Er entgegnet: „Das ist kein Matsch, das ist Heilerde.“

12.40 Uhr:Der Brennpunkt des Laufes ist das Hofgut Eiche in Oberbreitzbach. Die Läufer kommen unter dem Ausleger eines großen Baggers zu drei, rund fünf Meter tiefen Schlammlöchern. Es wird geschoben und gezerrt. Die Zuschauer lachen, staunen, schütteln die Köpfe. Wer hier durch will, ist auf die Hilfe der Mitläufer angewiesen. „Macht mal einer ne Räuberleiter“, ruft einer. „Bei der Bundeswehr war ich beim Hindernislauf innendienstkrank“, sagt der Mansbacher Manfred Kehl. Und lacht.

12.46 Uhr:Alina Rudolph steht auf einem Hügel und filmt mit dem Handy: „Respekt vor allen, die hier mitmachen“, meint sie. Nach der Hindernisbahn sind die Klamotten matschbraun. „Ich seh’ jetzt aus wie John Rambo“, stellt einer fest.

Das Team Hohenroda kommt im Ziel an. 

13.30 Uhr:In Mansbach geht es im wahrsten Sinne des Wortes drunter und drüber. Erst über drei übereinandergestapelte Autos, dann durch Rohre, über eine Rutschbahn sowie über vier Meter hohe Strohballen. Der Ransbacher Robert Brandau hat aufgeben: „In den Schuhen steht der Schlamm einen Zentimeter dick.“ Sein Kumpel: „Da kannst du jetzt ein Schwalbennest draus bauen.“

14.08 Uhr: Das Feld hat sich weit auseinandergezogen. Jürgen Fuchs aus Ulm und sein Schweizer Kollege Stefan Scheinwiller kommen vor einem Matschloch an. „Allein kommen wir so nicht drüber, Ich leg’ mich erstmal hin und mach nen Nickerchen“, sagt Scheinwiller. „Mach mich wach, wenn einer kommt.“

Valentin Hetzel (links) will den Hell of the Brave-Lauf auf jeden Fall wieder mitmachen. 

15.18 Uhr:Valentin Hetzel aus Weiterode ist im Ziel. „Es hat super Spaß gemacht“, sagt er ins Mikrofon des Zielsprechers. „Auf jeden Fall bin ich das nächste Mal wieder dabei.“ Für den Polizisten war es bereits der dritte Lauf. Sein Kollege Robert Volland (Bebra) „macht so einen Scheiß andauernd“, wie er freimütig zugibt. Es sind einige Polizisten unter den Startern, aber auch Bundeswehrangehörige, auch Feuerwehrmänner.

16.07 Uhr:Die Männer von K+S unter Leitung des Werksleiter Martin Ebeling überqueren das letzte Hindernis. Sie sind die beste Staffel. Aber wo bleibt Andre Stenda? Ransbachs Hartmut Fischer: „Unser Be-ge-em (Abkürzung für Bürgermeister, d. red) fehlt noch.“ Timo Lübeck kommt ums Eck und klärt auf: „Eben war er noch in Oberbreitzbach, er ist gleich da.“

16.12 Uhr:Die Hohenrodaer Staffel läuft unter dem C-Rohrstrahl der Feuerwehr ins Ziel, die Hände über der Schulter, Jubel und Beifall. Der junge Bürgmerister Andre Stenda stöhnt: „Ich bin mega-fertig.“

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