Großes Handball-Talent 

Hannah Berk aus Untergeis ist auf dem Sprung ins Nationalteam

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Den Handball hat sie fest im Griff: Hannah Berk spielt für den TV Hersfeld.

Bad Hersfeld. In der Handball-Jugendabteilung des TV Hersfeld gibt es eine ganze Reihe Talente. Das ist kein Geheimnis. Neuerdings gibt es sogar eine junge Handballerin, die den Sprung in den Kader des Deutschen Handball-Bundes geschafft hat: Hannah Berk.

Die 14-Jährige aus Untergeis hat in den Reihen der Hessenauswahl derart überzeugt, dass sie nun dem Kern der besten deutschen Nachwuchshandballerinnen der Jahrgänge 2002 und 2003 angehört. Als einzige Hessin. Wie es dazu gekommen ist, erzählt sie uns beim Besuch in ihrem Elternhaus in Untergeis – mit Unterstützung von Mutter Kerstin, die freimütig einräumt, von Handball nicht wirklich viel zu verstehen.

Mit zwölf Mädchen hat Hannah für die Hessenauswahl beim Länder-Vergleichsturnier gespielt, das Anfang März für vier Tage in Heidelberg stattfand. Athletik-Tests, Technik-Training und natürlich die Vergleichsspiele mit den anderen Landesverbänden standen auf dem Programm. Insgesamt 140 talentierte Handballerinnen aus ganz Deutschland wurden dort vier Tage lang „gecastet“. Sieben von ihnen wurden letztlich ins DHB-All-Star-Team nominiert. Sieben von 140. Hannah war dabei.

Vor fünf Jahren angefangen

„Damit hätte ich nie gerechnet. Ich war so was von überrascht und begeistert“, erzählt sie strahlend bei einem Glas Mineralwasser am Esstisch. Obwohl sie als 14-Jährige zum jüngeren Jahrgang zählt, hatte sie bei den Athletik-Tests sogar die besten aller Werte. „Irgendwie unglaublich“, sagt die Linkshänderin, die demnächst für die B-Jugend des TVH im rechten Rückraum oder aber auf Rechtsaußen spielt.

Wer hätte das ahnen können, als sie über ihre Tante Anja vor fünf Jahren zum Handball gekommen war. Schnell fand Hannah Gefallen an ihren Sport, den sie erst nur „just for fun“ betrieb, wie sie erzählt. Und weil sie viel Talent mitbrachte, gehörte die junge Spielerin des TVH schnell der D-Jugend-Bezirksauswahl an. Seit drei Jahren nun wird Hannah auch bei der Landessichtung des Hessischen Handball-Verbandes berücksichtigt. Immer montags findet das Stützpunkttraining im nordhessischen Guxhagen statt. Dazu kommt zweimal wöchentlich das Vereinstraining mit dem Team von Trainerin Ute Berz.

Doch wer hoch hinaus will, der muss mehr trainieren als die anderen. Deshalb soll Hannah in Zukunft über eine App ihr Training dokumentieren – und vermutlich auch Zusatzschichten einlegen. Auch Anfragen für Vereinswechsel oder von Internaten hat es in letzter Zeit gegeben. Von DHB-Seite aus legt man der Achtklässlerin nahe, so früh wie möglich den nächsten Schritt zu wagen.

Das aber ist der Obersberg-Schülerin (noch) nicht wirklich geheuer. „Eigentlich ist das nicht mein Ding, weil ich mich noch nicht reif genug fühle. Ich brauche meine Familie um mich herum“, sagt die 14-Jährige, die am Sonntag in einer Woche konfirmiert wird.

Deshalb wird sie auch am nächsten DHB-Lehrgang nicht teilnehmen können. „Wir können nicht einschätzen, ob das für Hannah zum Nachteil wird“, spekuliert Mutter Kerstin. So sehr sich die Eltern über Talent und Erfolg ihrer Tochter freuen, so sehr wünschen sie sich auch eine fundierte Schulausbildung für Hannah. „Wir warten alles erstmal ab. Nur auf Handball zu setzen, hielte ich nicht für klug“, sagt sie – und erhält von Hannah ein zustimmendes Kopfnicken.

Bundesliga ist das Ziel

Lehrerin würde diese später gern werden. Sprachen und Sport zählen zu ihren Lieblingsfächern. Doch auch als Handballerin hat der Teenager – bei aller Zurückhaltung – schon feste Ziele ins Auge gefasst. „Ich will es schon in die Bundesliga oder mindestens in die Zweite Liga schaffen“, stellt sie klar. Das würde dann nicht nur ihre Eltern, sondern sicher auch Tante Anja und Opa Walter begeistern, die bei den Heimspielen immer als Glücksbringer auf der Tribüne sitzen.

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