Handballer Kevin Houston: Die Atmosphäre wird ihm fehlen

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Kevin Houston in Aktion: Im Trikot des TVH hat er bis 2012 gespielt. Und die Geistalhalle war sein Wohnzimmer.

Hünfeld – 25 Jahre Handball sind genug: Kevin Houston, der Hersfelder in Diensten des Landesligisten Hünfelder SV, beendet aus gesundheitlichen und privaten Gründen seine Laufbahn.

Wir haben mit dem 30-jährigen Linksaußen gesprochen. Kevin Houston über ...

... seine Zeit beim TV Hersfeld: In Hersfeld habe ich mit fünf Jahren angefangen – und gelernt, Handball zu spielen. Bis zu meinem Abschied 2012 habe ich dort alles erlebt, was dazugehört. Es war eine sehr emotionale Zeit – unter anderem mit Meisterschaften, dem Aufstieg in die Oberliga Hessen. Die Geistalhalle war mein Wohnzimmer. Der TVH ist und bleibt mein Herzensverein. Ich bin Hersfelder.

... seine Zeit bei der HSG Eitra/Oberhaun: Als wir mit dem TVH in die Landesliga abgestiegen waren, bin ich nach Eitras Oberliga-Aufstieg dorthin gewechselt. Wir hatten damals keine Chance und sind sang- und klanglos wieder abgestiegen. Danach hat man uns direkt in die Bezirksoberliga durchgereicht, glaube ich. Bei der HSG gingen danach die Lichter aus. Die Zeit war aufgrund der fehlenden sportlichen Erfolge natürlich nicht so toll.

... seine Zeit beim Hünfelder SV: Es war eine super Zeit seit 2014. Ich habe in Hünfeld Freunde gefunden, einen neuen Job und wohne mit meiner Familie jetzt auch dort. Wir haben mit dem Oberliga-Aufstieg Geschichte geschrieben und ich durfte ein Teil davon sein. Das vergisst man nicht. Man hat mir beim letzten Heimspiel gegen die WHO einen sehr emotionalen Abschied bereitet, bei dem ich auch einige Tränen vergossen habe. Das hat mich sehr berührt.

... seinen besten Trainer:Das war Max Pregler beim TV Hersfeld. Er war ein absoluter Profi. Von ihm habe ich am meisten gelernt. Er hat mir viel Vertrauen geschenkt – und hat mich als 18-Jährigen in der Oberliga sogar manchmal auf der Mitte eingesetzt, obwohl wir als Spielmacher einen überragenden Marco Kemmerzell hatten.

... Mitspieler, die ihn am meisten beeindruckt haben:Das sind die Hersfelder Kai Hüter und Marco Kemmerzell gewesen. Sportlich überragend – und als Typen absolute Führungsspieler. Auch Hünfelds Alexander Unglaube ist ein echter Typ, der immer konstante Leistungen abruft. Er hatte großen Anteil am Oberliga-Aufstieg.

... seinen unangenehmsten Gegenspieler: Da will ich keinem zu nahe treten. Aber mir fällt spontan Martin Denk von der TG Rotenburg ein. Er ist nicht sehr groß, spielt aber sehr körperbetont. Gegen ihn musste ich viel einstecken – aber er auch (lacht). Und Kai Hüter. Als Außen gegen ihn zu spielen, wenn er dein Wurfbild in- und auswendig kennt, kannst du vergessen.

... die Zeit nach dem Handball – und was ihm am meisten fehlen wird: Der Kontakt zum Publikum wird mir fehlen. Bei allen drei Klubs standen die Zuschauer immer absolut hinter den Teams. Das war super. Natürlich werden mir der Zusammenhalt und Teamgeist fehlen. Das gemütliche Bierchen nach dem Training, die Sprüche, die Kabinen-Atmosphäre.

... eine mögliche Zukunft im Handball: Daran verschwende ich erst einmal keine Gedanken. Ich gebe mir ein bis zwei Jahre komplette Auszeit und möchte unsere kleine Tochter aufwachsen sehen. Vielleicht kehre ich danach noch einmal zurück. In welcher Funktion auch immer. Man soll niemals nie sagen. Abwarten...

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