Handball: TV Hersfeld leistet sich zuviele Fehlpässe 

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Bester Akteur des TVH: Andreas Krause, hier in der Partie gegen Körle/Guxhagen, warf zwölf Tore. Zum Sieg langte das für seine Mannschaft allerdings bei Weitem nicht. 

Vellmar. 25:37 beim Tabellenführer Vellmar: Nach der Niederlage im Auswärtsspiel der Handball-Landesliga betreibt der TV Hersfeld Ursachenforschung. 

„Für unsere junge Mannschaft war das eine Lehrstunde“, sagte Trainer Matthias Deppe nach der 25:37 (12:17)-Niederlage seines TV Hersfeld beim TSV Vellmar, dem Spitzenreiter der Handball-Landesliga.Deppe hatte schon vor dem Spiel kein besonders gutes Gefühl, aber insgeheim hatte der Coach wohl doch mit etwas mehr Gegenwehr seiner Mannschaft gerechnet.

37 Gegentore: Wer das hört oder liest, denkt unwillkürlich an schwache Torhüter, zögerliche Abwehraktionen und Fehlpässe, die den Gegner zu Tempogegenstößen einladen. Und so war es auch, an diesem schwarzen Sonntag in der Vellmarer Großsporthalle. Die Torhüter Tobias Kretz und Marius Wasem hatten ihre Hände nur selten am Ball, die Defensive ließ sich von den schnellen Vellmarern schwindlig spielen, und so mancher Angriff wurde mit einem Ballverlust abgeschlossen.

Zum Unvermögen kam Pech. Aus Hersfelder Sicht war es ein Unglück, dass Vellmars Rechtsaußen Simon Adam einen Sahnetag erwischt hatte und nicht zu stoppen war. 14 Adam-Tore musste das Deppe-Team hinnehmen, und nicht wenige Zuschauer fragten sich, warum ein so begnadeter Handballer nicht höher als in der fünften Liga spielt. Besonders bemerkenswert: Rechtsaußen Adam ist Rechtshänder und muss vor seinen Würfen immer erstmal eine turnerische Glanzleistung vollbringen.

Jetzt aber mal eine gute Nachricht für die Hersfelder Fans: Auch der TV hatte einen Akteur, der nicht zu bremsen war. Andreas Krause, der linke Rückraumspieler war fast so erfolgreich wie Vellmars Simon Adam und erzielte zwölf Treffer. Dass darunter sechs Siebenmeter waren, schmälert seinen grandiosen Auftritt nicht, und das Ergebnis wäre für den TV weitaus freundlicher ausgefallen, wenn er einen geklonten Andreas Krause in seinen Reihen hätte.

Was aber wirklich Hoffnung macht: Spielmacher Lasse Reinhardt und Rechtsaußen Alexander Schott zeigten vielversprechende Ansätze und sind bereit, ihrem Torjäger künftig ein wenig Arbeit abzunehmen. Was den Hersfeldern vor allem fehlt, ist ein gefährlicher Schütze im rechten Rückraum.

Nun aber stellt sich die Frage, ob Hersfelds Handballer ihre Lektion gelernt haben. Da die Vellmarer Mannschaft – von Großenlüder/Hainzell einmal abgesehen – eine Ausnahmeerscheinung in der Landesliga ist, werden die Torhüter und die Deckung künftig eher selten vor so schwierige Aufgaben gestellt werden wie am Sonntag beim Tabellenführer. Schleunigst reduzieren muss der TV allerdings die Fehlpassquote bei den eigenen Angriffen. Geschenke werden auch von schwächeren Mannschaften dankend angenommen.

Von Gerd Brehm 

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