Corona und seine Folgen

Handball: Landesliga-Meister Großenlüder steht unter Quarantäne

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Joachim Bug, Trainer der HSG Großenlüder/Hainzell.   

Die Handballmannschaft der HSG Großenlüder/Hainzell befindet sich  infolge des bestätigten Corona-Falls in Quarantäne. Auch Meister-Trainer Joachim Bug ist betroffen.

Das bedeutet für die Beteiligten: Zuhause bleiben, zuhause arbeiten und sich an einen vorübergehend neuen Alltag gewöhnen. Auch Trainer Joachim Bug darf die eigenen vier Wände nicht verlassen und kann beziehungsweise muss sich mit der Situation für zwei Wochen abfinden.

Während der Arbeitszeit klingelte bei Joachim Bug am Donnerstag das Telefon, das Gesundheitsamt zitierte den Coach direkt nach Hause. Der Aufforderung kam Bug nach und befindet sich seitdem in Quarantäne – zunächst für 14 Tage. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, ich musste auch noch keinen Test machen“, erzählt Bug, der keine Symptome zeigt und betont: „Mir geht es bestens“: Täglich melde sich das Gesundheitsamt telefonisch und erkundige sich nach der Lage, zweimal am Tag muss der Trainer Fieber messen und – sollten Symptome auftreten – alles dokumentieren. Andere seiner Spieler mussten sich derweil einem Corona-Test unterziehen, die Ergebnisse stehen aber noch aus: „Für das Gesundheitsamt ist das eine zunehmende Schwierigkeit. Am Anfang hat das 24 Stunden gedauert, mittlerweile vier bis fünf Tage“.

„Man muss alles mit einem gesunden Augenmaß betrachten“, sagt der HSG-Coach, der mit dem infizierten Spieler seines Teams logischerweise in derselben Kabine war und abklatschte. „Aber das heißt ja nicht, dass du es auch hast. Wahrscheinlich hat jeder einen in seinem Umfeld, der das Virus hat und es ist nichts passiert“, meint Bug, der erkannt hat, dass soziale Kontakte auf ein Minimalmaß reduziert werden müssen, damit gerade Ältere und Schwächere nicht gefährdet würden.

Die Quarantäne bedeutet nun, von zuhause aus zu arbeiten. Durch Homeoffice ist Bug dabei aber halbwegs handlungsfähig. „Normalerweise habe ich eng mit meinen Kollegen und Bürgern zu tun, aber wir befinden uns in alle in einer außergewöhnlichen Situation und das ist für mich okay“. Der Alltag sei ebenfalls zu stemmen. Bugs Frau beispielsweise darf die Wohnung noch verlassen, auch vom Freundeskreis erfahre die Familie große Hilfsbereitschaft: „Viele bieten sich an und bringen was vorbei“.

In den Garten kann Bug gehen, vor die Haustür wiederum nicht – noch ist die Situation erträglich, Irgendwann fällt einem sicher auch die Decke auf den Kopf“. Da geht es dem Lüderer Trainer nichts anders als vielen weiteren isolierten Menschen. Langweilig werde es in bestimmten Bereichen nicht, schließlich müssen gewisse Termine privater und beruflicher Natur koordiniert werden. „Aber ich wäre schon froh, wenn die zwei Wochen rum sind“, sagt Bug. Dann könnte vielleicht irgendwann auch die Meisterfeier mit dem Team steigen, die nach dem Titelgewinn in Quarantäne noch aussteht.  rg/red

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