Hallenfußball-ReserveCup: Die Alten Herren des TSV Ransbach sind ehrgeizig

Noch immer engagiert am Ball: Manfred Rosenthal (im gelben Trikot) von den Alten Herren des TSV Ransbach. Hinten sein Mitspieler, der Torwart Thomas Mumberg. Foto: Eyert

Ransbach. Die biologische Uhr tickt. Unaufhaltsam. In die Jahre sind sie gekommen, die Alt Herren-Fußballer des TSV Ransbach.

„Alle, die nach wie vor in unserer Mannschaft spielen, sind fußballverrückt. Und mit Herzblut dabei“, sagt Manfred Rosenthal, Präsident des noch immer umtriebigen Teams. „Wenn ich mir den Ralle angucke“, wagt er einen ehrgeizigen Quervergleich innerhalb seiner Vertretung, „will ich auch soweit kommen“.

Mit Ralle meint er Ralf Burghardt. Der ist 59. Rosenthal 54. Eine Vierer-Gruppe haben sie erwischt beim Turnier vor ihrer Haustüre, Hönebach, Leimbach und Eiterfeld/Leimbach II sind die Gegner. „Für uns wird es in diesem Jahr sehr sehr schwer“, seufzt Horst Lotz, seit 1995 Coach und Betreuer des Teams, was Hallenfußball betrifft. „Wir haben viele Verletzte. Es wäre ein Erfolg, wenn wir weiterkämen und die Zwischenrunde erreichen.“

Burghardt und Oliver Vock wollen es versuchen, aktiv mit dabeizusein. Andere fehlen sicher: Leszek Nalepa (Sprunggelenk), Andreas Weiß, Mario Göttlich und Horst Schleinig (Knie), Axel Bredy (Leisten-OP). Die 68-jährigen, aber nach wie vor extrem trainingsfleißigen Reinhard Händler und Reinhard Goßmann zählen ebenso dazu.

Doch Ransbachs Alte Herren sind ambitioniert genug, um beim ReserveCup, bei dem sie in 25 Jahren immer dabei waren, auch dieses Mal ein Team zu stellen. Etwas fischen können sie in ihrem Fundus - und so sind am Sonntag neben Rosenthal, Burghardt und Vock mit von der Partie: Richard Berk, Oliver Schäffler, Peter Reusch, Albert Jakwerth, Martin Christian, Andre Stenda und Andreas Salzer. Bürgermeister Stenda zwickt’s im Rücken, und so seufzt Lotz nochmals: „Es ist möglich, dass aus zehn sieben werden.“

„Das war Gänsehaut“

Vor zwei Jahrzehnten, als es um die Fitness und körperliche Verfassung noch besser bestellt war, erlebten Ransbachs Fußball-Besessene ihren Höhepunkt beim ReserveCup. Sie erreichten das Endspiel, nachdem sie im Viertelfinale Ausbachs U 23 (mit Olaf Lücke und den Appel-Brüdern) und im Halbfinale Sargenzell ausgeschaltet hatten. 2:3 endete das Finale gegen die SG Leimbach. „Das war Gänsehaut“, erinnert sich Lotz, „die Halle stand komplett hinter uns“.

Deutlich verbessert

Manfred Rosenthal, der seinerzeit zur Führung traf, und Reinhard Händler erzielten die Tore. Gerhard Erbe, um den sich fußballerisch vieles drehte, wurde in der Vorschlussrunde übel verletzt.

Es spricht für die eingeschworene Clique aus Ransbach, dass sie sich in Zeiten, in den der ReserveCup zunehmend an Stellenwert gewinnt, nach wie vor behauptet. „Heute treten die Mannschaften im Rahmen der Möglichkeiten, die das Turnier bietet, in ihrer besten Besetzung an“, bemerkt Rosenthal, „das Niveau hat sich für eine Reserverunde deutlich verbessert“.

Lotz blickt unterdessen schon mal voraus. „Nächstes Jahr greifen wir stärker an.“ Mit Nalepa, Timo Burghardt und Stenda setze man dann auf jüngere Kräfte. Doch vielleicht klappt es ja schon am Sonntag besser als gedacht. Das thürinigische Leimbach ist der erste Gegner. Beim Kampf gegen die biologische Uhr.

Von Walter Kell

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