Handball-Landesliga 

Großenlüder stürmt die Geistalhalle

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War erneut großer Rückhalt: Keeper Tobias Kretz.

Die Handballer des TV Hersfeld haben das Spitzenspiel der Landesliga gegen Großenlüder/Hainzell mit 29:32 verloren.

Erstmals in dieser Saison ist die „Festung Geistalhalle“ gestürmt worden.

Der TVH lieferte vor rund 450 Zuschauern ein Kampf auf Biegen und Brechen. In der Schlussphase besaßen die Gäste aber das größere Schussglück. Ausschlaggebend war auch die bessere, weil fittere Bank. Und die Manndeckung gegen den besten Hersfelder Schützen, Andreas Krause. Mit elf Toren – davon sieben Siebenmetern – war er zwar erneut überragend, stand aber im Rückraum allein auf weiter Flur. „Schade, wir sind heute leider nicht belohnt worden“, sagte Christian Weiß. Hersfelds Trainer zog den Hut vor der Leistung seines Teams: „Kämpferisch war das einfach überragend.“

Die Hersfelder starteten bärenstark, führten nach knapp einer Viertelstunde mit vier Toren (6:2, 13. Minute, 7:3, 16. Minute). Ausschlaggebend dafür waren nicht nur die Tore von Andy Krause, sondern auch die Paraden von Tobias Kretz. Hersfelds Keeper war ein Meister seines Fachs gegen den Großenlüderer Rückraum.

Als er in der 13. Minute einen Siebenmeter des Halblinken Michael Blinzler parierte, bekam er Beifall auf offener Szene. Gleich mehrfach brachte er die erfolgsgewohnten Gäste zum Verzweifeln, nicht nur bei Rückraumwürfen, sondern auch bei Tempogegenstößen.

Selbst als Großenlüder nach einer ersten Auszeit besser wurde und sich deren Torschützen, Dominik Malolepszy und Lukas Dimmerling, immer wieder in Szene setzten, hatte das zunächst noch keine großen Auswirkungen auf den Spielverlauf.

Kurz vor der Pause verkürzte Simon Münker für sein Team auf 12:14. Doch eine Minute vor dem Wechsel griff TVH-Coach Weiß wieder in seine Taktik-Trickkiste. Nach einer Auszeit erhöhte Jannis Deppe – mit neun Toren zeigte der Linksaußen erneut eine bärenstarke Leistung – auf 15:12. Acht Sekunden vor dem Wechsel verkürzte Benedikt Dimmerling, dann war Mark Petersen zur Stelle – 16:13. Noch führte der TVH mit drei Toren.

Aber Großenlüder ließ nicht locker. Jetzt waren es auch die Schiedsrichter, die an den Stellschrauben drehten. Als Andy Krause eine umstrittene Zeitstrafe erhielt, holten die Gäste auf.

Als Lasse Reinhardt – erspielte wegen seiner Daumenverletzung nur sporadisch – für zwei Minuten auf die Bank musste, glich Dominik Koch erstmals aus (18:18, 37.) Bis zum 25:25 (Deppe in der 50. Minute) blieb die Torfolge ausgeglichen. Als der TVH beim Stande von 26:27 eine Chance vergab und im Gegenzug Malolepszy auf 28:26 und 29:26 erhöhte, war die Messe gelesen. „Wir hatten in der Schlussphase Glück und auch mehr Körner“, freute sich Großenlüders Coach Joachim Bug.

TV Hersfeld - Großenlüder/H. 29:32 (16:13) TV Hersfeld: Kretz - Deppe (9/1), Rübenstahl (1), M. Krause, Förtsch, Räther, Remenski (1), Koch (4), Petersen (3), Wasem, Wiegel, Reinhardt, A. Krause (11/7), Schott.

HSG Großenlüder/H: Stradtmann, Decher - Sippel (3), Münker (2), B. Dimmerling (3), Koch (2), S. Münker (3/1), Malolepszy (11/7), Peppler (2), L. Dimmerling (4), Blinzler (2), H. Dimmerling, Kirst.

SR: Glaab/Rudert, Z: 450,Strafen: 6:5 (3x M. Krause, Reinhardt, 2x A. Krause - Sippel, 2x S. Münker, Malolepszy, L. Dimmerling). Rot: M. Krause (TVH)

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