Rallye-Co-Pilot Klaus Wicha gewinnt in Monaco eine Teilwertung und wird Elfter

Glücksspiel im Schnee

Audienz bei der „Königin“: So wird die Rallye Monte Carlo in Fachkreisen genannt. Klaus Wicha navigierte diesmal Armin Kremer. Foto: RSSP.EU/nh

MONACO. Mit dem elften Rang im Gesamtklassement und einem klaren Sieg in der Wertung des Produktionscups endete die Rallye Monte-Carlo für Klaus Wicha, der mit Armin Kremer dessen gelungenes Comeback Subaru Impreza feiern konnte. Die „Königin der Rallyes“ war von äußerst winterlichen Bedingungen geprägt.

„So viel Schnee hatten wir bei der Monte zum letzten Mal Jahr 1994“, berichtet Klaus Wicha. Damals war er gemeinsam mit Armin Schwarz im Mitsubishi-Werksteam am Start und zeigt sich noch immer von den Schneemassen und besonders von den Bedingungen der Schlussetappe beeindruckt. Mit Schneematsch bedeckte Wertungsprüfungen machten das Fahren zum Glücksspiel – mehrere Topteams fielen aus.

Aber zurück zum Sportlichen: Für den ehemaligen Europameister und Deutschen Meister war die Rallye Monte-Carlo ein gelungenes Comeback. Nach sporadischen WM-Einsätzen peilt er nun den Titel in der „Production-Cup-Wertung“ für seriennahe Fahrzeuge der neu geschaffenen Kategorie „WRC2“ an. Einen ersten Grundstein dafür hat er bereits gelegt, indem er gemeinsam mit Klaus Wicha den „jungen Wilden“ zeigte, dass ein seriennahes Auto durchaus an die etwa 400 Kilogramm leichteren Fahrzeuge der S2000-Klasse herankommen kann. „Es gehört schon etwas Mut dazu, den Subaru vor den Kurven quer zu stellen, um ihn dann abzubremsen und in die Kurve zu zwingen“, erklärt Klaus Wicha, der neben den sporadischen Einsätzen mit Armin Kremer bereits die Rallye Monte-Carlo in den Jahren 1998 und 2002 bestritt.

Mit großer Erfahrung

Wichas Erfahrung aus über zehn Monte-Teilnahmen half sicherlich weiter: „Lediglich die Wertungsprüfung Sisteron wies die ‚Monte-typischen’ Bedingungen auf - beim Start im Tal trocken, oben Schnee und Eis und dann wieder trockene Abschnitte“, erläutert er. „Ansonsten gab es Schnee und Eis bis in die Niederungen und wir mussten unser Reifenkontingent von 60 Reifen, zu denen aber nur 20 Spikes-Reifen und acht Winterreifen gehörten, gut einteilen.“ So kam es auch, dass für die traditionelle Schlussetappe, die „Nacht der langen Messer“ mit dem berühmt-berüchtigten Col de Turini, die meisten Teams nicht mehr genügend geeignete Reifen zur Verfügung hatten.

Hier gab es dicken Schneematsch und Sébastien Loeb beklagte sich darüber, dass er für die anderen Teams die Spur legen musste. Trotz der Spur rutschten gleich mehrere Werksteams von der Strecke, zum Beispiel Jari-Matti Latvalla beim Debut des VW Polo R WRC. „Wir fuhren teilweise nur mit 30 Kilometer pro Stunde. Es war einfach nur gefährlich“, sagte Klaus Wicha Da zeigte auch der veranstaltende Automobil-Club de Monaco ein Einsehen und sagte die letzte Schleife der Nachtetappe ab.

Den Sieg holten sich erwartungsgemäß Sébastien Loeb und Daniel Elena (Frank-reich/Monaco) auf Citroën DS3 WRC, die dieses Jahr mit vier Rallyes ihren Abschied vom aktiven Rallyesport nehmen

Von Peter Knierim

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