Futsal: Meinungen nach den ersten Hallen-Kreismeisterschaften – Größtenteils Lob, Kritik nur an Details

„Es gibt weniger auf die Socken“

Ist das noch körperlos? Hier streiten Sascha Karpenstein (links, Mecklar/Meckbach/Reilos) und Patrick Krestel (TSV Herfa) um den Ball. Fotos: Eyert

Bad hersfeld. Anders zu kontrollierender Ball, der das Passspiel fördert, mit dem man aber nicht so leicht ins Tor trifft. Ungewohnte Rückpass-Regel und Zeitbegrenzung nach Einschießen und Freistößen sowie nicht zuletzt das Ahnden von Foulspielen, die nach vier Vergehen einen Strafstoß für den Gegner zur Folge haben: Das gehört zum Futsal. Was im Juniorenbereich seit Jahren gilt, ist jetzt auch für die älteren Kicker das Maß der Dinge beim Kicken in der Halle.

Wolfgang Deneke, Trainer der SG Mecklar/Meckbach/Reilos: „Für mich ist Futsal eine Bereicherung.“ Natürlich müsse man sich erst einmal an die Regeln gewöhnen. „Was mir besonders gefällt, ist das körperlose Spiel. Das Grätschen wird unterbunden und war überhaupt nicht mehr zu sehen.“ Einen weiteren positiven Aspekt schiebt er nach. „Mannschaften, die den Ball laufen lassen können, kommt Futsal entgegen. Ich habe mir anschließend das Turnier der Frauen angesehen – das hat richtig Spaß gemacht. Ich bin geblieben bis zum Ende.“

Nicht gar so kleinlich

Was ihm weniger zugesagt hat: Dass auf „ganz kleine Tore gespielt wurde“ – und er wünscht sich: „Dass hier und da nicht ganz so kleinlich gepfiffen wird. Selbst wenn der Schiedsrichter ein Foulspiel übersieht, geht die Klappe noch um.“ Das heißt: Die „turnierleitenden“ Unparteiischen ahnden es.

Florian Zöll, Spieler des TSV Herfa: „Ich finde Futsal ganz gut. Es gibt nicht so viel auf die Socken.“ Als etwas ungewohnt empfand er die Drei- oder Vier-Sekunden Regel, und „dass man sich da beeilen muss.“

Dass es nach vier Fouls einen Strafstoß gebe – okay. „Aber dass jedes weitere Foul wieder einen nach sich zieht, das ist dann schon viel.“ Die Auslegung der Fouls beschäftigt ihn etwas. „Man ist ja nur mit dem Knie runtergegangenen oder hat einen längeren Schritt gemacht – das wurde schon abgepfiffen. Und es ist von Schiedsrichter zu Schiedsrichter unterschiedlich.“ Das Spielen auf kleine Tore – kein Problem in seinen Augen. „Für die Halle finde ich das ganz gut. Auf große Tore fallen wahrscheinlich mehr Treffer, aber es wird auch viel und früh geschossen.“

Tobias Lecke, als Schiedsrichter gerade in die Verbandsliga aufgestiegen: „Alles hat ziemlich gut geklappt, auch unser Equipment war vor Ort.“ Klebestreifen zum Beispiel. Für Futsal müssen die Unparteiischen andere Markierungen auf dem Spielfeld setzen. Strafstöße aus zehn Metern, die nach vier Fouls gegen ein Team zu verhängen sind, sind eine Neuerung.

Am ersten Turniertag gab es für einige Mannschaften noch kurze Einweisungen in das Futsal-Regelwerk. „Manche hatten da wenig Ahnung“, musste der 19-jährige Bebraner Tobias Lecke feststellen. „Die Spiele sind fairer und schneller als normaler Hallenfußball, sie sind schöner anzuschauen.“ Es mache sich bezahlt, dass es beim Futsal keine Banden gibt, Körperkontakt nicht erlaubt ist und Grätschen ohnehin auf dem Index stehen. „Es hat bei dem Turnier keine einzige Verletzung gegeben“, betont Lecke.

Von Walter Kell und Thomas Walger

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