Handball-Landesliga Frauen 

Gäste beweisen Durchschlagskraft

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Hart attackiert: Die Hersfelderin Hannah Berk (im weißen Trikot) wird von ihrer Gegenspielerin aus Großenlüder angegriffen. 

Die Handballerinnen des TV Hersfeld unterlagen in der Landesliga gegen Großenlüder mit 25:36 (11:19). 

Bad Hersfeld – Das hatten sich Hersfelds Landesliga-Handballerinnen am Wochenende wohl anders vorgestellt: Im Heimspiel am Samstagnachmittag kassierten sie eine herbe Pleite. Gegen die HSG Großenlüder/Hainzell geriet der TVH schon früh ins Hintertreffen und musste sich am Ende 25:36 (11:19) geschlagen geben.

Zu Beginn gelang es den Hersfelderinnen, dem Gästeteam Paroli zu bieten, nach knapp zehn Minuten fand diese Anfangsphase beim Stand von 5:6 jedoch ein jähes Ende. Bei einer Angriffsaktion erwischte Hannah Berk ihre Gegenspielerin unglücklich im Gesicht, die daraufhin zu Boden ging und nach einer mehrminütigen Unterbrechung mit Verdacht auf Nasenbruch ins Klinikum gebracht wurde.

Wer glaubte, dass die HSG sich von diesem Ereignis beeindrucken ließ, wurde in den Folgeminuten eines Besseren belehrt. Die Gäste zeigten jede Menge Biss und fanden immer besser ins Spiel. Mit ihrer aggressiven und robusten Spielweise, die nicht unfair, aber oft am Rande des Zulässigen war, bereiteten sie den Hersfelderinnen große Schwierigkeiten und setzten sich im Nu von 6:6 (12.) auf 6:9 (15.) ab. Während der TVH verunsichert wirkte und so einige Chancen liegen ließ, bewiesen die Gäste Durchschlagskraft und waren oftmals nicht zu stoppen.

Bis zur Pause zogen sie auf acht Zähler davon - und für Hersfeld konnte es längst nur noch um Schadensbegrenzung gehen. Glücken wollte diese jedoch auch nach dem Seitenwechsel nicht: Zwar ließ sich den Gastgeberinnen zu keiner Zeit mangelnder Wille unterstellen, ihrem Gegner hatten sie an diesem Tag jedoch nicht viel entgegenzusetzen.

Glücklich war TVH-Trainerin Sabine Teichmann mit Verlauf und Ausgang des Spiels logischerweise nicht, nach dem Abpfiff nahm sie ihre Spielerinnen aber in Schutz: Schon zu Beginn hätten sich ihre Mädels von Verletzungen beeindrucken lassen und dann einfach den Faden verloren.

„Es sind viele Sachen nicht gepfiffen worden und es ging bei dieser sehr körperbetont spielenden Mannschaft schon richtig zur Sache - das kennen meine jungen Spielerinnen nicht und die wenigen älteren, die ich habe, können das nicht alleine kompensieren“, erklärte Teichmann und sah nicht nur die Linie der Schiedsrichter, sondern auch das Auftreten der Gegnerinnen kritisch: „Ich gratuliere Großenlüder, aber ich muss ehrlich sagen, so eine Härte muss man hier nicht an den Tag legen. Ich fand das Spiel heute nicht schön.“

TV Hersfeld: T. Raguse, Hollstein - L. Raguse 2, Spill, Teichmann 11/8, Berg 1, Hoffelner, Trender, Hildebrand 1, Hugo 1, Hedrich 1, Braun 2, Berk 6, Schrön

HSG Großenlüder/Hainzell: Greulich, K. Hölzinger - Dimmerling 12/6, Weitzel 2, Hahn 5, Rüdiger 4, Klitsch 4, Medler 2, Wertmüller, Reith 1, L. Hölzinger 5/1, Gering, Elsing 1 SR: Schartel/Wollenhaupt (Jestädt/Grebendorf) Z: 130Siebenmeter: 8/11 - 7/8 Zeitstrafen: 8 min - 8 min

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