Interview

Fußball-WM: Kirchheimer Wayne Thomas fiebert mit England im Halbfinale 

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Very british: Ex-Bundesligaprofi Wayne Thomas hofft auf den Finaleinzug der englischen Mannschaft. 

Kirchheim. England gegen Kroatien: Ex-Fußball-Profi Wayne Thomas drückt im Halbfinale bei der WM in Russland am Mittwochabend den Engländern die Daumen. 

Der in Coventry geborene Wayne Thomas spielte unter anderem bei Bayer 05 Uerdingen, Hannover, Fortuna Düsseldorf, Alemania Aachen, Kickers Offenbach und Borussia Fulda. Er bestritt 123 Erstligaeinsätze. Sein größter Coup: 1985 gewann er mit Uerdingen den DFB-Pokal mit einem 2:1-Sieg gegen Bayern München. Wir erwischen den Kirchheimer am Telefon.

Hallo Wayne Thomas, liegt das Trikot für heute Abend schon bereit?

Wayne Thomas:Natürlich, ich habe es die ganzen Spiele zuvor auch angehabt. Und zwischendurch nicht gewaschen. (lacht)

Ist es noch dasselbe wie vor vier Jahren?

Thomas:Ja natürlich, ich muss mir ja nicht für jede Welt- oder Europameisterschaft ein neues Trikot kaufen.

Aber es passt noch?

Thomas: Was für eine Frage? Selbstverständlich, ich habe abgenommen. Nein, eher gesagt – ich habe nicht zugenommen.

Wie beurteilen die englischen Fans das Abschneiden der deutschen Mannschaft?

Thomas:Wir fühlen mit ihnen. Es ist schön, einmal Seelentröster für die Deutschen spielen zu dürfen. Wir haben ja 50 Jahre lang, seit dem WM-Sieg 1966, in eurem Schatten gestanden. Aber wissen sie, wer in diesem Punkt die besseren Sprüche auf Lager hat als ich?

Sie sagen es mir ...

Thomas:Die Fans, die da sind, wo Urlaub gemacht wird. Da, wo gewetteifert wird, wer morgens die ersten Handtücher auf die Liege legt ...

Also auf Mallorca?

Thomas:Ja, richtig (lacht)

Wo verfolgen Sie heute Abend das Spiel?

Thomas: Wir haben die ganzen Spiele, auch die der Deutschen, in einer Gartenhütte im Kurviertel in Bad Hersfeld verfolgt, bei Matthias Laufer-Klitsch. Es sind alles England-Fans dort. Jedes Spiel ist ein Genuss für uns.

Ein Genuss – spielerisch war das Viertelfinale gegen Schweden bestimmt nicht ...

Thomas:Ein schwieriges Spiel, es war nicht einfach gegen die Schweden.

Warum?

Thomas:Weil sie tief in der Defensive stehen, mit zwei Viererketten. Die musst du erst einmal überwinden. Du must sie rauslocken können, um Tore zu machen. Die Deutschen kennen das, sie haben das in der Vorrunde erst in der Nachspielzeit durch einen Super-Freistoß von Toni Kroos geschafft. Sonst wäre da schon Schluss gewesen.

Wie könnte die Taktik lauten?

Thomas:Wir müssen auf jeden Fall in der Offensive noch zulegen. Wir können uns nicht allein auf Harry Kane verlassen. Aber ich denke, wir haben gute Chancen. Die Tagesform wird entscheiden, unter Umständen eine Einzelaktion. Wir dürfen keinen Fehler machen, denn jeder Fehler wird bestraft.

Im Fernsehen sahen wir Bilder von einer Fanmeile in Peterborough ...

Thomas:Da hab’ ich in der Jugend sogar Fußball gespielt, bei Peterborough United. Ich wäre gerne da. Vielleicht fliege ich am Wochenende nach England, vielleicht kann ich da das Finale sehen, das wäre genial. Aber wenn ich eine Karte bekommen würde, würde ich nach Moskau fliegen. Ein Finalticket und dann noch mit England – das wäre ein Traum.

Und wie lautet der Tipp?

Thomas: Also, Kroatien schießt eins, aber wir mehr – 2:1 für England.

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