Fußball-WM und Parallelen im Kreis

Fußball: Wenn späte Tore Glücksgefühle auslösen

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Fußball-Erinnerungen: Herfas Christian Kraus wird nach dem Pokalsieg gegen Lengers in 2009 von seinen Mitspielern durch die Luft gewirbelt.

Bad Hersfeld. Glücksgefühle, die Last-Minute-Treffer auslösen, kennen nicht nur die deutschen Nationalspieler, sondern auch Fußballer aus dem Kreis. Wir haben einige Beispiele. 

Solche Tore vergisst Du nicht. Die Nachspielzeit der Verlängerung im Kreispokalfinale 2009 läuft. Der B-Ligist TSV Herfa liegt mit 1:2 gegen den Gruppenligisten Lengers zurück. Es gibt Freistoß – wie am Samstag im Spiel des deutschen Teams gegen die Schweden. Nur dass nicht Toni Kroos und Marco Reus im Mittelpunkt stehen. Sondern die Herfaer Michael Hilmes und Christian Kraus.

Und ähnlich wie am Samstag gibt es in diesen, alles entscheidenden Sekunden, sogar einen kleinen Disput zwischen Hilmes und Kraus. Der Ball liegt 25 Meter vor dem Tor. Aus dieser Entfernung hat Hilmes zuvor zweimal drüber geschossen in die nächste Kuhweide. „Ich habe Michael in die Augen geschaut. Wenn er wieder draufgehauen hätte, wäre er die nächsten Spiele nicht dabei gewesen“, erzählt der Spielertrainer. Hilmes passt kurz auf Kraus an der Mauer vorbei und der schießt ins lange Eck – 2:2. Dann Elfmeterschießen. Kraus macht den Treffer zum 6:5. Und wird dann auf Händen getragen. Der Sieg erzeugt in Herfa eine Fußball-Euphorie. „So etwas löst Blockaden. Der Erfolg schweißt zusammen. Jeder hat gemerkt, dass da noch mehr geht,“, sagt Kraus. „In dieser Serie sind wir dann noch Meister geworden.“

Natürlich hofft der Herfaer Coach, dass der Erfolg am Samstag auch dem deutschen Team Flügel verleiht. „Die Angst vor dem frühen Scheitern ist jetzt weg.“ Er tippt auf einen 3:1-Erfolg. „Wichtig ist, dass wir möglichst schnell ein Tor machen. Sonst kann es wieder ganz eng werden.“

Gleich zwei Tore

Für Schenklengsfeld/Rotensee/Wippershain war der Erfolg gegen Gudegrund/Konnefeld in der vorvergangenen Saison in der A-Liga am vorletzten Spieltag entscheidend. 2:1 in der Nachspielzeit nach Ecke von René Sabrowski – Siegtorschütze Tobi Reinhardt durfte sich feiern lassen. Zumal der Rotenseer gleich beide Tore zu diesem Erfolg beisteuerte. So hat Trainer Matthias Riedl diese Partie erlebt:„Das war wie ein Befreiungsschlag. Du steht gewaltig unter Druck, da fällt dir echt ein Stein vom Herzen.“

Der Meister konnte den Schwung mitnehmen in die Kreisoberligasaison, war nach Anfangserfolgen, unter anderem im Derby in Hohenroda, sogar Spitzenreiter. Bis Steinbach beim 7:2 die Euphorie beendete. Pech und Verletzungen kamen hinzu – die Landecker müssen in der nächsten Serie wieder in der A-Liga anfangen. Der Trainer hofft, dass auch das deutsche Team gegen Südkorea den Schwung aus dem Schweden-Spiel mitnehmen kann. „Es kommt aber auf die Aufstellung an.“ Riedl nimmt vor allem die Bayern-Spieler in die Pflicht.

Beispielsweise müsse sich Thomas Müller gewaltig steigern, auch Jerome Boateng laufe seiner Bestform hinterher. Sicherlich werde die Partie gegen Südkorea ein Kampfspiel. „Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir gewinnen, egal wie.“ Auch Riedl tippt auf einen 3:1-Erfolg und damit auch auf das Weiterkommen.

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