Fußball: Verband lässt viele Fragen offen

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Diesen beiden Spielern wäre es recht, wenn im Juni beim Verbandstag die am Samstag ausgesprochene Empfehlung angenommen würde: Denn dann könnte Kevin Kunze (links) mit seinem ESV Hönebach in die Gruppenliga aufsteigen, während Meik Villa (rechts) mit seinen Heinebachern in der Kreisoberliga bleiben dürfte. 

Im Tischtennis und Handball sowie anderen Sportarten ist die Saison wegen der Corona-Pandemie längst abgebrochen. Die heimischen Amateurfußballer hängen noch in der Warteschleife.

Frühestens der außerordentliche Verbandstag, der nach der jüngsten Ankündigung statt am 30. Mai erst am 13. oder 20. Juni als Schaltkonferenz stattfindet, soll nun Klarheit bringen. Die hatten sich viele Kicker schon vom vergangenen Samstag erhofft.

Sie hatten den 16. Mai in ihren Köpfen fest gespeichert – den Tag also, an dem der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) virtuell getagt hat. Von diesen Gremien wollten die Fußballer am Samstag erfahren, ob ihre Saison abgebrochen oder fortgesetzt wird, ob es Auf- und/oder Absteiger gibt, ob Relegations- und/oder Aufstiegsspiele angesetzt werden.

Das Datum 16. Mai hatte der HFV zwei Wochen zuvor selbst ins Spiel gebracht, als er auf seiner Homepage in einer Mitteilung zum Spielbetrieb schrieb: Eine abschließende Entscheidung des Verbandsvorstandes wird für den 16. Mai 2020 vorbereitet.“

Doch an späterer Stelle folgte eine wichtige Einschränkung, die manchem Leser wohl entgangen ist: Für einen Abbruch der Saison sei eine entsprechende Haftungsfreistellung für Präsidium und Verbandsvorstand durch den Verbandstag nötig, hieß es. Der sollte ursprünglich bereits am 30. Mai stattfinden.

Wer den langen HFV-Text genau studiert hatte, konnte verstehen, dass der 16. Mai eben nicht der Tag der Entscheidung sein würde. Das kam aber bei Weitem nicht bei allen Lesern an.

Karl-Heinz BlumhagenKreisfußballwart

Kein Wunder, dass Karl-Heinz Blumhagen, dem Hersfeld-Rotenburger Kreisfußballwart, inzwischen Kritik zu Ohren gekommen ist. Manche an der Basis fühlen sich nicht gerade gut informiert von ihrem Verband. Der HFV hatte Mitteilungen an seine Kreisfußballwarte geschickt, aber eben nicht an die Vereine. Ein Häkchen mehr vor dem Absenden, und die Klubs hätten ebenfalls aufklärende Post in ihrem Computer-Postfach vorgefunden. Doch so musste Blumhagen davon ausgehen, dass diese Informationen eben bewusst nur ihm und seinen Kollegen zugänglich gemacht werden sollten. Deshalb fühlte er sich auch nicht befugt, sie an die Vereine weiterzuleiten.

Auch die Videokonferenz am vergangenen Samstag sieht Karl-Heinz Blumhagen nicht als den erhofften Befreiungsschlag an. Viele Fragen seien weiterhin unbeantwortet, im Grunde sei alles offen geblieben, sagt er und war froh, am Morgen danach noch nicht allzu viele Anrufe aus den Vereinen erhalten zu haben. Denn: „Ich weiß gar nicht, was ich denen noch sagen soll.“

Als Klassenleiter sieht er zudem die Gefahr, dass in der kommenden Saison wegen größerer Klassen mehr Spieltage unterzubringen seien. Das sei die Folge, wenn es, wie empfohlen, nur Aufsteiger, aber keine Absteiger geben soll. Erschwerend käme hinzu, dass vor Mitte September kaum jemand mit der Aufnahme des Spielbetriebes rechnet. Bislang ging es bereits Anfang August los mit den neuen Serien.

Andere geben zu bedenken, dass sich der Anpfiff des ersten Punktspiels noch um weitere Wochen verzögern werde, falls auch noch Relegations- und Pokalspiele vorgeschaltet werden sollten. Und sie werfen ein, dass die Wechselfrist ja eigentlich dann laufen sollte, wenn jeder Verein weiß, in welcher Klasse seine Mannschaften spielen. Schließlich gelte es, sie personell konkurrenzfähig auszustatten.

Doch nun heißt es für alle Beteiligten, sich erst einmal weiter in Geduld zu üben und den 13. beziehungsweise 20. Juni abzuwarten.

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