Fußball-Kreisliga Hersfeld-Rotenburg

„Der Wunsch der Mannschaft“: ESV Ronshausen steigt freiwillig in die Kreisliga B ab

Stehen voll und ganz hinter der Entscheidung, die Mannschaft in die Kreisliga B zurückzuziehen: ESV-Vorsitzender Winfried Reichhold (von links), Torwart Daniel Wieland und Betreuer Michel König.
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Stehen voll und ganz hinter der Entscheidung, die Mannschaft in die Kreisliga B zurückzuziehen: ESV-Vorsitzender Winfried Reichhold (von links), Torwart Daniel Wieland und Betreuer Michel König.

Für den ESV Ronshausen hat es in der Fußball-Kreisliga A1 Hersfeld-Rotenburg fußballerisch nicht geklappt. Aus diesem Grund wagt der Verein nun eine Klasse tiefer, in der Kreisliga B, einen Neuanfang.

Ronshausen – Die Fußballer des ESV Ronshausen haben sich freiwillig für einen Rückzug in die Kreisliga B entschieden. „Es war der Wunsch der Mannschaft, bis auf eine Gegenstimme, den Gang in die B-Liga anzutreten“, sagt Winfried Reichhold, Vorsitzender Spielbetrieb beim ESV. „Aus sportlicher Sicht ist das der einzige und richtige Weg.“

In der nach neun von 30 Spielen abgebrochenen Saison in der Kreisliga A 1 Hersfeld-Rotenburg stand das Team von Trainer Frank Bergmann mit null Punkten und einem Torverhältnis von 3:43 Toren auf dem letzten Platz. „Natürlich ist es bitter, wenn man nur verliert. Aber wir haben auch gezeigt, was hinter uns steckt“, sagt ESV-Torhüter Daniel Wieland.

„Auch wenn es fußballerisch nicht geklappt hat“, wie Teambetreuer Michel König betont, habe man zusammen die richtigen Erkenntnisse gewonnen. Dazu zählen in erster Linie der Zusammenhalt des jungen Teams und die Identifikation mit dem Verein. „Die Strukturen innerhalb der Mannschaft haben sich zum Positiven verändert“, so König. „Die Jungs haben sich bis zum Schluss nicht hängen gelassen.“

Umstellungen beim ESV Ronshausen haben geholfen

Das sei noch vor wenigen Jahren ganz anders gewesen, erklärt Wieland. „Es ist aufgefallen, dass viele Spieler nicht hinter dem Verein standen“, sagt der 20-Jährige. Das Gefüge neben dem Sportlichen habe damals komplett gefehlt. Das sei mittlerweile anders – auch dank der Umstellungen im Verein. „Es wurden Fehler gemacht und die müssen wir uns jetzt vor Augen führen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen“, betont Reichhold, der im vergangenen Jahr noch sagte: Man müsse sich auf jene Spieler konzentrieren, die sich zum ESV und zur Mannschaft bekennen.

Diese Verbundenheit findet er nun im aktuellen Kader wieder. Wie Betreuer König erklärt, kommen elf der 18 Spieler, die zum Stamm der Mannschaft zählen, aus Ronshausen. Deshalb sei man in erster Linie froh, wieder eine Mannschaft mit Identitätscharakter vorweisen zu können, obgleich der Abstieg in die Kreisliga B natürlich traurig sei.

Dabei hatte sich dieser Entschluss angedeutet. „Das ist keine Entscheidung, die wir von heute auf morgen getroffen haben“, betont Reichhold. Im Gegenteil: „Darüber haben wir uns letzte Saison schon unterhalten“, sagt König. Der freiwillige Abstieg in die B-Liga stand eigentlich schon vor der nun abgebrochenen Saison 2020/2021 fest, doch da verpasste man die Meldefrist des Verbands knapp.

ESV Ronshausen: „Mit Zuversicht und einem guten Gefühl in die B-Liga“

So waren sich auch in diesem Jahr alle Beteiligten einig, dass der Abstieg für die Entwicklung der jungen und lernwilligen Mannschaft, in der der Altersdurchschnitt bei 23 Jahren liegt, unausweichlich ist. „Um die Mannschaft aufrecht zu erhalten sind ab und zu Entscheidungen notwendig, die viele manchmal nicht verstehen“, sagt Reichhold in Bezug auf andere Meinungen ehemaliger Vorstandskollegen, Mitglieder und Sportler. „Das ist der Weg, den wir jetzt gehen. Und wir gehen mit Zuversicht und einem guten Gefühl in die B-Liga“, ergänzt der Vorsitzende Spielbetrieb.

Dass sich die Ronshäuser in der neuen Klasse erst mal beweisen müssen, weiß auch der Teammanager. „Dieser Schritt zurück heißt nicht, dass es einfacher wird“, sagt König. „Auch in der B-Liga gibt es Mannschaften, die uns locker schlagen können. Da werde ich noch genauso viel zu tun haben“, sagt auch Torwart Wieland und ergänzt: „Ich freue mich darauf, wieder Fußball zu spielen. Die B-Liga ist da kein Hindernis. Wir wollen uns gut präsentieren und von Spiel zu Spiel wachsen. Jetzt schon vom Aufstieg zu reden, ist zu viel.“ Zustimmung erhält der 20-Jährige dabei von seinem Betreuer. „Wir wollen die Mannschaft zusammen halten, uns in der neuen Liga etablieren, sportlich verbessern, Spaß haben und in ein paar Jahren eventuell wieder um den Aufstieg mitspielen“, sagt König.

Dass der sportliche Erfolg irgendwann zurückkommen wird, davon ist Reichhold überzeugt. „Wir kommen wieder“, sagt der Vorsitzende. Ein Fragezeichen steht indes noch vor der genauen Einteilung der Ligen. Denn noch ist unklar, in welcher Kreisliga B die Fußballer des ESV Ronshausen in der kommenden Saison 2021/2022 an den Start gehen werden.

ESV Ronshausen: Simon Wedekind kehrt zurück

Für die kommenden Aufgaben in der neuen Liga hat sich der ESV Ronshausen auch personell verstärkt. So kann Trainer Frank Bergmann in der Saison 2021/2022 auf Rückkehrer Simon Wedekind setzen (SG Nentershausen/Weißenhasel/Solz).

Zudem stoßen Linus Brall und Finn Reichhold zum Team, die aus der eigenen A-Jugend des JFV Ulfetal hochrücken. Neu dazu kommt auch Josha Scheid, der aus dem Saarland in die Region zieht und dort zuletzt auf Gruppenliga-Niveau spielte.

Von Alicia Kreth

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