Fußball: Philippsthal marschiert mit Spielfreude Richtung Titel 

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Laufduell  Philippsthal (rechts Justin Meier)  siegte 6:0. In dieser Szene aber scheint es, als sei Ausbach/Friedewald  (links Serhat Kaval) seinem Gegenspieler davongelaufen. 

6:0  im Topduell gegen den Verfolger und Nachbarn Ausbach/Friedewald: Der VfL Philippsthal marschiert Richtung A-Ligatitel. 

Philippsthal – Gerd Ruch ist für sachliche Aussagen bekannt. Der Trainer des VfL Philippsthal tat sich indessen schwer, den 6:0-Sieg seines Teams gegen die SG Ausbach/Friedewald passend einzuordnen. Eindeutig war, dass der dreifache Punktgewinn mit einem halben Dutzend Toren sein Team nahe an das Ufer zum Titelgewinn der Fußball-Kreisliga A2 spülte.

Es sei schwierig, sagte der Coach, da der Gegner personell nicht in der Lage war, zu konkurrieren. Ruch freute sich vielmehr über die Leistung seines Teams. „Von Anfang an sind wir sehr konzentriert zu Werke gegangen, haben die Zweikämpfe gewonnen und dem Gegner den Schneid abgekauft.“ Letzteres war nicht so furchtbar schwierig, weil Ausbach/Friedewald keine gute körperliche Verfassung aufwies.

Noch einmal lachte Ruch innerlich. „Wir haben endlich wieder versucht, im vorderen Drittel Fußball zu spielen. Die Spielfreude war da.“ Die vier Haupt-Angreifer des VfL – Alex Scheel, Dennis Schneider, Federico Stiebing und André Zimmermann – hatten in den letzten vier Spielen kein Tor geschossen. Jetzt traf jeder von ihnen. „Sie haben die Ärmel hochgekrempelt und sind dafür belohnt worden“, lobte ihr Trainer.

Doch Ruch wäre nicht Ruch, wenn er auf der letzten Wegstrecke bis zum Titel nicht warnen würde. Am Ostersamstag tritt sein Team in Wölf an, Ostermontag ist frei, am Freitag kommender Woche ist Schenklengsfeld/Rot./Wipp. zu Gast, zwei Tage später geht’s nach Burghaun. „Wölf hatten wir erst vor drei Wochen zu Hause. Ein unbequemer Gegner. Schon immer gewesen. Gerade auf eigenem Platz. Wenn die ins Rollen kommen ...“

Aktuell spricht nicht viel dafür, dass die SG Ausbach/Friedewald Aufstiegs-Relegationsplatz zwei würde halten können. Die Physis des Teams, Charakter und Mentalität lassen nichts Gutes erahnen – jedenfalls, was den Auftritt in Philippsthal angeht. Plausibel meinte Trainer Klaus Wächter: „Ich suche ja selten Ausreden. Aber uns haben sechs Spieler gefehlt.“

Neben den Schmidt-Brüdern, die gerade in solchen Spielen unersetzlich sind, stand auch Silas Reinmöller nicht zur Verfügung, ging Routinier Alin Zaha angeschlagen ins Spiel und kugelte sich Azad Kaval während der Partie in Philippsthal die Schulter aus. „Wir sind nicht so aufgestellt, dass wir sagen können, wir können parieren“, betonte Wächter. „Nur wenn die da sind, die gefehlt haben, können wir ein Spiel aufziehen.“ Angeschlagen ging Kevin Krause ins Spiel. Der SG-Kapitän hatte vorletzte Woche einen MRT-Termin. Diagnose: Meniskus angerissen, Patellasehne angerissen, Reizung im Knie. Krause spielte dennoch. „Wir haben keine Spieler mehr, die du reinbringen kannst“, bemerkte er. Zu Ostern ist erst einmal frei.

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