Fußball-Kreisoberliga

SG Wildeck: „Den Aufstieg in Erwägung ziehen“

Marvin Optiz (links) freut sich mit Tom Pierce über einen Treffer.
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Die Stimmung im Team der Wildecker ist gut: In dieser Szene freuen sich Torschütze Marvin Optiz (links) und Tom Pierce über den Treffer zum 2:0 gegen den ESV Weiterode.

Für die Fußballer der SG Wildeck lief es in der Fußball-Kreisoberliga Nord im letzten Jahr bestens. Rang drei nach dem direkten Wiederaufstieg und aktuell Platz zwei in der unterbrochenen Spielserie dokumentieren dies eindrucksvoll. Getrübt wird das Ganze durch die anhaltende Corona-Pandemie.

Wildeck – Lediglich fünf Freundschaftsspiele und elf Meisterschaftsspiele konnte die SGW in den letzten 13 Monaten austragen. „Trotz ständig neuer Situationen lief es sportlich super, mehr aber auch nicht“, fasst Wildecks Trainer Mike Lindemann das abgelaufene Jahr zusammen.

Nur eine Niederlage in der Vorbereitung gegen den TSV Ufhausen und in der Meisterschaft das 0:4 bei Aufsteiger SG Neuenstein bestätigen den guten Lauf der SGW vor dem zweiten Lockdown. „Auch wenn wir eine Weile gebraucht haben um uns spielerisch zu finden, stehen wir zu Recht auf Rang zwei“, so Lindemann.

„Der Start war positiv überraschend, dann haben wir uns immer besser eingespielt, sodass es nicht verwunderlich ist, dass wir da oben stehen“, sagt auch Andy Becker, Wildecks stellvertretender Mannschaftskapitän.

SG Wildeck: Ausgeglichener Kader ist der Schlüssel zum Erfolg

Im ausgeglichenen Kader, „da sind wir in dieser Liga am besten aufgestellt“, sieht Lindemann vor allem den Schlüssel zum Erfolg. Ausfälle, das Verletzungspech war extrem hoch, konnten so aufgefangen werden. Zudem habe die Umstellung auf die Viererkette relativ schnell geklappt, was sieben Gegentore unterstreichen – der beste Wert in der Kreisoberliga.

„Eine Meisterschaft verdient man sich mit einer guten Defensive“, sagt Lindemann, wobei er nicht vergisst, dass es auf der Gegenseite noch ein wenig „ruckelt“. Auch wenn man keinen Hurra-Fußball zelebriert habe, sei es gelungen, nach dem Abgang von Torjäger Christian Winter, das Tore schießen auf mehrere Akteure zu verteilen. Geholfen habe dabei vor allem das sensationelle Comeback von Yannik Rimbach, der nach einem Kreuzbandriss mehrere Monate pausieren musste und bisher ein halbes Dutzend Treffer auf dem Konto hat.

Yannik Rimbach.

Ein weiteres Indiz für den Erfolg ist, dass vor allem die jungen Spieler bisher konstant ihre Leistung abgerufen haben. Daher ist es verständlich, dass alle regelrecht darauf brennen, wieder auf den Platz zurückzukehren. Training mit der Mannschaft ist ja aktuell nicht möglich und wird auch wohl noch eine Zeit auf sich warten lassen. Um keinen Kaltstart hinzulegen, ist also Improvisation angesagt.

Daher hat Lindemann mit dem erweiterten Kader der Mannschaft eine WhatsApp-Gruppe gebildet, in der die Spieler ihre sportlichen Aktivitäten dokumentieren sollen. Hauptsächlich Laufen ist angesagt, aber auch angebotene individuelle Trainingsanleitungen aus den sozialen Netzwerken können genutzt werden. „Wenn es wieder losgeht, werde ich einen Fitnesstest machen, um festzustellen, wer was gemacht hat“, kündigt Lindemann an. „Wir haben die einmalige Chance, etwas zu reißen, dass wollen wir nicht durch Faulheit verplempern“, blickt der Übungsleiter optimistisch voraus.

SG Wildeck: Fußballerische Voraussetzungen sind gegeben

„Wenn man schon da oben seht, dann sollte man auch den Aufstieg in Erwägung ziehen, wobei der eine oder andere Mitspieler aber noch ein wenig mehr Ehrgeiz an den Tag legen muss, um dieses angestrebte Ziel zu erreichen“, legt Becker nach. Wichtig sei vor allem die konditionelle und athletische Verfassung, die fußballerischen Voraussetzungen seien gegeben, sind sich Lindemann und Becker einig.

Sechs Spiele aus der Vorserie haben die Wildecker noch zu absolvieren. Drei Gegner befinden sich im oberen Tabellendrittel, drei kommen aus dem hinteren Bereich. Eine gute Ausgangslage also. Betrachtet man aber die aktuelle Lage, dann muss man davon ausgehen, dass mehr als der Abschluss der Halbserie wohl nicht drin ist, auch wenn man in Erwägung zieht, bis zum 13. Juni zu spielen. An diesem Tag, würde komplett gespielt, müssten die Wildecker beim derzeitigen Tabellenführer SG Niederaula/Kerspenhausen antreten. Ein echter Knüller zum Abschluss – ein bisschen geträumt werden darf schon.

Wie und ob es dazu überhaupt kommt, oder eine Wertung mit Auf- und Abstieg analog der letzten Saison vorgenommen wird, dazu kann verständlicherweise von keiner Seite aus eine Aussage getroffen werden. „Ich hoffe, dass am Ende nicht zu viel verbrannte Erde zurückbleibt. Meine Angst ist, dass wenn sich nicht bald was ändert, zu viel auf der Strecke bleibt, daher sind die Impfungen immens wichtig“, umreißt Lindemann seine Sorgen nicht nur im Bezug auf den Fußballsport. Foto: Hauptmann/NH

Von Thomas Becker

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