Pläne des HFV

„So normal wie möglich“: Meinungen zur Teilung der Fußball-Gruppenliga Fulda

Der ESV Hönebach hofft auf Zuschauer in der kommenden Saison, genau wie bei dieser Partie im September vergangenen Jahres gegen die SG Freiensteinau (blaue Trikots). In dieser Szene wollen die Gäste Tim Emmerich beim Spielaufbau stören.
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Der ESV Hönebach hofft auf Zuschauer in der kommenden Saison, genau wie bei dieser Partie im September vergangenen Jahres gegen die SG Freiensteinau (blaue Trikots). In dieser Szene wollen die Gäste Tim Emmerich beim Spielaufbau stören.

Die Fußball-Gruppenliga Fulda soll geteilt werden. Der Modus stößt im Kreis Hersfeld-Rotenburg zwar auf positives Feedback, doch es müsse weiter gedacht werden.

Hönebach/Eiterfeld/Oberaula – Mit der geplanten Teilung der Fußball-Gruppenliga Fulda begeben sich die betreffenden Klubs auf Neuland. Wir haben uns im Kreis umgehört, wie die Meinungen zu den Plänen des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) sind.

ESV Hönebach: „Saison sollte so normal wie möglich vonstattengehen“

Da niemand wisse, wie die Pandemie-Situation im Herbst aussehe, ist die Teilung der Liga für Tino Jäger, Trainer des ESV Hönebach, eine annehmbare Variante. Denn: „Es ist schwierig in so großen Gruppen eine komplette Saison durchzubekommen. Wenn man Spiele einsparen kann, bin ich dafür“, sagt der 40-Jährige, dessen Team im vergangenen Jahr zahlreiche Doppelspieltage meistern musste. Diese seien nicht nur wegen der körperlich hohen Belastung, sondern auch wegen beruflicher Ausfälle, eine echte Herausforderung.

„Die Teilung ist ein Schlüssel, um das zu entzerren“, sagt der Lehrer und gibt zu Bedenken: „Dabei müssen aber auch die Rahmenbedingungen für die Vereine stimmen. Die Saison sollte so normal wie möglich vonstattengehen.“ Und dazu gehören für Jäger auch Zuschauer, Bratwurst und Bier.

Trainer des ESV Hönebach: Tino Jäger.

Schleierhaft ist für den ESV-Trainer allerdings noch der Play-off-Modus für den Auf- und Abstieg. „Das ist mir noch nicht schlüssig, wie es da weiter geht“, sagt Jäger, der bei einer regionalen Aufteilung harte Konkurrenz erwartet. „Sportliche wäre das schon eine Hammergruppe. Aber wir müssen es so hinnehmen und können an guten Tagen auch für Überraschungen sorgen“, sagt er.

Am Freitag startet der 40-Jährige mit seinem Team ins Training. „Ich freue mich, mit den Jungs wieder anzufangen“, betont Jäger. In den ersten fünf Einheiten sollen der Spaß und die Freude im Vordergrund stehen, ehe der ESV-Coach am 2. Juli in die richtige, sechswöchige Saisonvorbereitung starten will – mit bis zu sechs Testspielen.

SG Eiterfeld/Leimbach: „Warum dem Modus keine Chance geben?“

Ante Markesic, Trainer der SG Eiterfeld/Leimbach, geht gelassen mit der Situation um. „Ich habe noch keine klare Meinung, aber ich bin nicht abgeneigt, das einmal auszuprobieren“, sagt er. Durch Corona sei ohnehin vieles anders als in der Vergangenheit. „Wichtig ist, dass wir wieder trainieren und spielen können. Warum sollten wir dem neuen Modus keine Chance geben“, fragt der Kroate.

Für die Zuschauer könnte die regionale Teilung der Ligen ein Anreiz sein, da mehr Derbys auf dem Plan stehen und Partien gegen Gegner aus größerer Entfernung wegfallen, meint der 51-Jährige.

Trainer der SG Eiterfeld/Leimbach: Ante Markesic.

„Langfristig wäre es sicher zu langweilig, wenn man nur gegen die halbe Liga und immer dieselben Gegner spielt. Aber für den Neustart nach Corona finde ich die Lösung nicht schlecht“, sagt der ehemalige Regionalligaspieler.

Ende Juni wird Markesic mit seinem Team in die Vorbereitung einsteigen. Vier Einheiten pro Woche plus ein Spiel werden die Eiterfelder dann absolvieren. Zuletzt habe man sich zweimal pro Woche getroffen und ein bisschen Fußball gespielt, berichtet Markesic. „Ich war positiv überrascht vom Fitnesszustand der Jungs“, sagt er zufrieden. Und: „Wir haben richtig Bock auf die Saison.“

SG Aulatal: „Die Klasse ist ein starkes Brett“

26 Spieler hatte Horst Brandner, der neue Trainer der SG Aulatal, am vergangenen Freitag beim Trainingsauftakt in Oberaula versammelt. Bei dieser Beteiligung ist dem neuen Mann am Ruder nicht bange vor den kommenden Aufgaben in der Gruppenliga. Der Coach bewertet die Aufteilung der Liga als eine „gute Idee“: „Aufgrund der Stärke der Klasse ist es schon ein starkes Brett, wenn man 36 Punktspiele in einer Saison abreißen muss.“

Trainer der SG Aulatal: Horst Brandner.

Das hieße auch im Klartext, dass an einigen Wochenenden Doppelspieltage eingeplant werden müssen – zumeist im Sommer. „Das Problem ist dann, dass wir fast ein Jahr kein Fußball gespielt haben und das dann gleich eine Vollbelastung gefahren wird – das birgt die Gefahr von Verletzungen“, ergänzt Brandner.

Im Falle der Aufteilung will der Coach die Abstiegsrunde vermeiden: „Wir wollen versuchen, uns nach dem vierten Rang nach dem Aufstieg und dem viertletzten Platz im vergangenen Jahr jetzt in der Liga zu etablieren.“ Dreimal die Woche wird er trainieren, hinzu kommt noch Teambuilding-Training, wie etwa Klettertraining oder Wasserskifahren am Seepark. (Alicia Kreth, Hartmut Wenzel und Sascha Herrmann)

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