Fußball: SG Hessen/SpVgg und SVA denken intensiv über eine Spielgemeinschaft nach

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Blick in eine ungewisse Zukunft: Frank Ullrich, Trainer SVA Bad Hersfeld. In welcher Liga – und möglicherweise mit welchem Partner – spielt seine Mannschaft in der nächsten Saison?

Bad Hersfeld. Und Schwupps, da liegt das Thema wieder auf dem Tablett: Es geht um einen Zusammenschluss der Fußballabteilungen der SG Hessen/SpVgg Hersfeld und des SVA. So heiß wie diesmal war das Thema aber wohl noch nie, auch wenn es in den vergangenen Jahren immer mal wieder serviert worden ist.

SVA Bad Hersfeld 

Der SVA steckt in der Gruppenliga mitten im Abstiegskampf und belegt derzeit einen direkten Abstiegsplatz. Auch die Personalsituation in Asbach ist alles andere als gut. Nur noch 15 von anfangs 24 Spielern stehen Trainer Frank Ullrich zur Verfügung – eingerechnet sind dabei schon zwei Torhüter. Weil der SVA seit vergangener Saison auch keine Reserve mehr im Spielbetrieb hat, ist es nicht schwer, eins und eins zusammenzuzählen. Asbachs Fußballer brauchen einen (starken) Partner. Sonst drohen beim jahrzehntelangen Fußball-Flaggschiff des Kreises im schlimmsten Fall sogar die Lichter auszugehen.

„Egal, in welcher Liga wir in der kommenden Saison antreten. Dass wir eigenständig den Spielbetrieb aufrecht erhalten können, halte ich für nahezu ausgeschlossen“, sagt SVA-Coach Frank Ullrich. Sollte ein Zusammenschluss mit der SG Hessen/SpVgg auch diesmal nicht zustande kommen müssen sich die Asbacher wohl nach einem anderen Partner umsehen. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder der SV Niederaula ins Spiel gebracht, der unter dem Dach der SG Niederaula/Kerspenhausen in der Kreisoberliga am Ball ist.

Bernd Rudolph von der Sportlichen Leitung des SVA bestätigt, dass es bereits „vertrauenswürdige, zielführende Gespräche“ zwischen den Hersfelder Vereinsverantwortlichen gegeben habe. Er betont aber auch, dass es bei den Verhandlungen nicht um eine Fusion gehe. Das sei für den SVA aufgrund seiner 650 Mitglieder in den fünf Abteilungen kein Thema.

„Ja, wir streben eine Spielgemeinschaft an. Ziel ist es, eine konkurrenzfähige Mannschaft mit Unterbau – also einer Reserve – zusammenzustellen, mit der man wieder höherklassigen Fußball anstreben kann“, sagt Rudolph. Eigenständig sieht auch der 59-Jährige kaum noch eine Perspektive für Asbachs Fußballer. Die Entscheidung über einen Zusammenschluss soll aber erst nach Saisonende gefällt werden. Bis zum 1. Juni muss Kreisfußballwart Karl-Heinz Blumhagen die Mannschaftsmeldung vorliegen.

SG Hessen/SpVgg 

Bei der SG Hessen/SpVgg ist die sportliche Situation eine andere als bei den Vorstädtern in Asbach. Die Hessen führen die Kreisoberliga-Tabelle mit einem Punkt Vorsprung vor Hönebach und Bebra an. Ein Aufstieg in die Gruppenliga scheint für Hersfeld mit seinem stark besetzten Kader durchaus realisierbar.

Dass man im Falle der Bildung einer Spielgemeinschaft auf den Aufstieg verzichten müsste, ist natürlich nicht nur im Umfeld, sondern auch in der Mannschaft ein Thema. So räumte Spielertrainer Roman Prokopenko kürzlich ein, dass es nicht gerade leicht sei, dieses Thema auszublenden und sich auf das rein Sportliche zu konzentrieren. Auch wenn er darauf hinweist, dass man noch lange kein Meister sei.

Helwig May von der Sportlichen Leitung der SG Hessen/SpVgg bestätigt ebenfalls, dass es bereits Gespräche der Verantwortlichen beider Vereine geben habe. May selbst stünde einer Spielgemeinschaft offen gegenüber, „Dass wir im Aufstiegsfall verzichten müssten, ist zwar ein Wermutstropfen. Aber die Gruppenliga ist für Hersfelder Vereine auch nicht mehr unbedingt attraktiver als die Kreisoberliga“, gibt May zu bedenken. Bei der SG Hessen/SpVgg gäbe es sowohl bei den Entscheidern, als auch im Kreis der Mannschaft geteilte Meinungen. (Weitere Hintergrundberichte lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der HZ)

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