Fußball-Gruppenliga: Bei der 0:2-Niederlage gegen Künzell findet das Team nicht zu sich

SG Aulatal bleibt unter ihrem Wert

Die Leistung seines Teams gefiel ihm diesmal nicht: Aulatals Trainer Markus Pflanz. Foto: Eyert/Ar

Kirchheim. Der Mut, das Nachholspiel durchzuziehen, lohnte sich nicht für die Fußballer der SG Aulatal: Am Donnerstagabend zogen sie in ihrem Heimspiel der Gruppenliga mit 0:2 (0:1) gegen den TSV Künzell den Kürzeren. Aulatal bleibt auf dem fünftletzten Platz der Tabelle, die eine mächtige Schieflage aufweist, hängen – Künzell verbesserte sich auf Rang drei.

„Alles, was wir uns vorgenommen hatten, hat Künzell umgesetzt: Eng am Mann zu sein, auf zweite Bälle zu gehen, aggressiv zu sein“, lautete das Urteil von Aulatals Trainer zum Auftritt seines Teams in Hälfte eins. Das Gästeteam beherzigte die speziellen Begebenheiten von Kirchheims B-Platz und wie man damit umgehen muss, blendend.

Natürlich stärkte Künzell das frühe Elfmetertor des doppelten Torschützen Becker, einem nahezu kompletten Fußballer, den Rücken (Honstein hatte Henning ungeschickt gefoult) – der Gast aber trumpfte auch ohne diese psychologische Hilfe auf.

Künzell macht vieles richtig

Künzell machte fußballerisch vieles richtig: Das Team war wach, spielte einfach, geradlinig und schnell in die Spitze, wo der bewegliche und quirlige Henning ständiger Unruheherd war. Nach vielen gewonnenen ersten (und oft auch zweiten) Bällen rückten besonders Kress, Isselstein, Becker oder Raszyk nach, fügten Tempo, Aggressivität und Beschleunigung hinzu.

Aulatals Spieler reagierten zu sehr, waren oft zweiter Sieger und vermochten diesbezüglich nicht mitzuhalten. Dennoch: Cojocaru wirkte im Abschluss unglücklich, als ihm Koziks Eingabe ans Bein sprang, zudem rettete Gästekeeper Bien knapp vor Kuhl (33.). Der Gastgeber spielte in Halbzeit zwei beherzter, giftiger, brachte mehr Tempo ins Spiel und kämpfte – war aber nur durch zwei Abschlüsse Cojocarus gefährlich: Zunächst entschärfte Bien seinen Kopfball (75.), fast mit dem Schlusspfiff scheiterte Aulatals Offensiver erneut.

So bedeutete Beckers Freistoßtor, bei dem Aulatals Abwehrmauer gar nicht gut stand, bereits acht Minuten nach Wiederbeginn die Entscheidung. Künzell transportierte den Vorsprung, und Gästetrainer Tobias Hahner meinte: „Typisch fast, dass ein Freistoß solch ein Spiel entscheidet.“ Vergangenen Sonntag hatte Künzell dem Spitzenreiter Eichenzell den Sieg geschenkt, aber stark gespielt. Das aber war noch auf dem Kunstrasen am Noppen. „Ich hatte ein bisschen Angst, dass wir heute zu viel kurz-kurz spielen würden.“ Nein, diese Leistung passte.

Aulatal: Lepper - Honstein, Schreiber, Schneider, Rehbaum - Müller, Weber - Kozik, Hahl, Cojocaru - Kuhl sowie Schrön, Wernick

Künzell: Bien - Schlott, Röder, Aschenbrücker, Farnung - Becker, Isselstein - Kress, Raszyk, Bettendorf - Henning sowie Arnold, Jacobi, John, Pascal Breunung

SR: Auerswald (Sontra), Z: 100

Tore: 0:1, 0:2 Becker (3./FE, 54.)

Von Walter Kell

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