Fußball-B-Junioren: Wie Trabi gegen Porsche

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Ohne Chance war Bad Hersfeld (links) im Spiel gegen Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach.

Hohe Luft. Eine weitere schmerzhafte Erfahrung machten die B-Junioren-Fußballer des JFV Bad Hersfeld in der Gruppenliga beim 0:9 (0:4) gegen die JSG Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach.

Während der Sieger in seinem zweiten Spiel den zweiten Sieg feierte, findet sich Bad Hersfeld mit einem Sieg und zwei Niederlagen auf Rang sechs der jungen Saison wieder.

Nicht um das unterlegene Team schlecht und den Gast stark zu reden, aber man hatte den Eindruck, als begegneten sich Trabi und Porsche. Letztgenannte Rolle nahm der Sieger ein – auch wenn ihm die frühe Führung nach zwei Minuten, als der dreifache Torschütze Leonard Ditzel den Freistoß seines Mitspielers Fabian Göb verlängerte, in die Karten spielte.

Moderner Zuschnitt

Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach war in jeder Hinsicht einen Schritt schneller. Wach war das Team, physisch robust, lauf- und zweikampfstark. Der Gast stand sehr hoch, attackierte besessen und lief Hersfelds Spieler sehr früh an, die ständig Druck im Nacken spürten. Das war Nachwuchsfußball modernen Zuschnitts, der Spaß machte.

Als man das Gefühl hatte, dass sich Hersfeld würde erholen können vom Schock des zeitigen Rückstandes und sich besser auf die gegnerische Dominanz einzustellen schien (Nikolovski rutschte knapp an einer Eingabe vorbei) – just in diese Phase fiel das 2:0.

Schaubert musste runter

Kurz zuvor hatte Hersfelds zentraler Abwehrspieler Alex Schaubert mit Verdacht auf Nasenbeinbruch das Feld verlassen müssen – da traf der eher klein gewachsene, aber äußerst dynamische und mit Energie im Dribbling ausgestattete Ditzel aus halbrechter Position ein zweites Mal. Mit seinem dritten Tor, einem pfeffrigen, aber keinesfalls unhaltbaren Flachschuss aus der Distanz, schien die Aufgabe aus Sicht des Gastgebers nicht mehr lösbar.

Hersfeld ließ sich nach dem Spiel in Flieden ein zweites Mal den Schneid abkaufen. Das Team reagierte von Beginn an, war hoffnungslos unterlegen, hatte weder Mumm in sich, noch Körpersprache oder Kommunikation. Es kam gar nicht in die Situation, mal ein Zeichen setzen zu können.

Bad Hersfeld: Niklas Hafner - Hildebrand, Hasanovic, Schaubert, Endrisch, Christen, Söllner, Crisan, Lindemann, Nikolovski, Allmeroth sowie Mohr, Schuhmann, Simenkov, Lavontain

Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach:von Butler - Hosenfeld, Romstadt, Laurenz Hafner, Käthner, Kramer, Ditzel, Göb, Tobias Bleuel, Brehler, Yannik Bleuel sowie Trapp, Goldbach

SR:Rudolf Weber

Tore:0:1, 0:2, 0:3 Ditzel (3., 17., 30.), 0:4, 0:5 Tobias Bleuel (36., 49.), 0:6 Göb (51., FE), 0:7 Yannik Bleuel (54.), 0:8 Tobias Bleuel (67.), 0:9 Yannik Bleuel (69.)

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