Fußball: An Oli kommt keiner vorbei

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Typisch „Oli“: Zuverlässig wie er ist, sichert er noch immer das eigene Tor ab. Hier unterstützt er seinen Keeper Thomas Mumberg. 

Ransbach – Oliver Schäffler ist keiner, der auf den Putz haut. Er kommt bescheiden rüber. Und er ist ein Kind des ReserveCups, der seit Freitag beim TSV Ransbach stattfindet.

„Ich bin bestimmt schon zum zehnten Mal dabei. Eher mehr als weniger.“ Noch immer kickt er als 55-Jähriger für die Alten Herren des Gastgebers.

Er wisse noch nicht genau, ob er spielen könne am Sonntag. „Ich hab’ Probleme mit dem Knie“, sagt er, „am Dienstag war ich nicht im Training“. Wer ihn kennt, der weiß: Er ist dabei. Dieses Mal sagt er, und das Forsche in seinem Ton ist nicht eben gewöhnlich für ihn: „Wir wollen schon eine Rolle spielen. Wir haben etwas verjüngt.“ Leszek Nalepa macht mit, auch Timo Burghardt.

Am Sonntag betritt Schäfflers Team die Bühne der Ransbacher Sporthalle. Um 13.40 Uhr ist die SpVgg Neuswarts aus der Rhön der erste Gegner, Heringen, Haunetal und Venus Weilar folgen. „Das sind“, so lautet Schäfflers Einschätzung, „schon machbare Gegner“.

Auch er schätzt die „tolle Atmosphäre“ des ReserveCups, freut sich darauf, „viele alte Bekannte“ zu treffen. Sah man Schäffler spielen in der jüngeren Vergangenheit, hörte man viele sagen: „Der ist doch noch fit wie ein Turnschuh.“ Diese Einschätzung sei etwas übertrieben, „auch an mir gehen die Jahre nicht spurlos vorbei“. Und wieder lenkt er ein. „Ich bin schon noch ein bisschen fit, gehe einmal in der Woche laufen und trainiere regelmäßig mit den Alten Herren.“ Und Ransbachs Alte Herren sind nach wie vor ein Fixpunkt beim ReserveCup. Platz neun der Ewigen Tabelle belegen sie, standen vor gut 20 Jahren im Endspiel, wurden 2004 Dritte und standen fünfmal im Viertelfinale, zuletzt vor fünf Jahren.

Auch aus der Ratsherren-Elf Waldhessen ist Schäffler nicht wegzudenken. Seit 20 Jahren mischt er mit, Bebras ehemaliger Bürgermeister Horst Groß sprach ihn kurz vor einem Turnier in Magdeburg an, ob er mitmachen wolle. „Ich bin dabei geblieben“, sagt Schäffler knapp. Als Libero, noch immer hält Coach Werner Schlacher große Stücke auf ihn. „16-mal haben wir, glaube ich, gewonnen.“ Zuletzt im vergangenen Jahr in Gelsenkirchen. In der alt-ehrwürdigen Glückauf-Kampfbahn.

Schäffler – da war doch was? Richtig: Die Vergangenheit mit dem TSV Ausbach. Einmal klopfte das damals von Axel Becker trainierte Team, in dem einige namhafte Kicker aus Thüringen standen, an die Tür zur Landesliga. In der Relegation scheiterte Ausbach am Aufstieg; Hessen Hersfeld kämpfte um den Klassenerhalt und schaffte es. Ausbach – mit dem schnellen und zuverlässigen Manndecker „Oli“ Schäffler – erreichte sein Ziel nicht.

Stets aber spielte Ausbach oben mit in jener Zeit. Auch ein Verdienst Schäfflers. So bescheiden und zurückhaltend er auch ist: An „Oli“ kommt so schnell keiner vorbei.

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