Für Todt geht ein Herzenswunsch in Erfüllung

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Gruppenbild mit Motorrädern und Quads: Die Familie Todt, von links Leoni Todt, Mike Todt, Sabine Todt und Henrik Todt. 

Mike Todt steht an der Startleine: 17 Jahre nach seinem Karriere-Ende steigt der Heringer Grasbahnpilot wieder in den Sattel.

In der B-Soloklasse kämpft er heute und morgen beim Rennen des AMCC Heringen um den Sieg. Ein Interview mit dem 54-Jährigen.

Wie kam es zum Gedanken, in diesem Jahr ein Comeback zu wagen?

Solche Ideen fangen grundsätzlich immer so an: Kannst Du mal das Bier halten ... So ist das bei mit auch gewesen. Ich war bei Stefan Körner, den ich von früher her kenne, in Bad Salzungen. Er hat noch Grasbahnräder und fährt auch Rennen. Und sagte mir urplötzlich, dass er in Heringen starten wollte. Da er noch ein Rad übrig hat, hab’ ich ihn gefragt, ob er mir das leihen kann.

Und daraufhin hat er das Bier gehalten ...

Genau. Und ich hab’ das Grasbahnrad vom Stützständer genommen. Und ein paar Tage später habe ich mich für die B-Solo angemeldet.

Was war das für ein Gefühl?

So als ob ich den Lenker nie aus der Hand gegeben hätte. Ich hab’ tatsächlich in den letzten 17 Jahren nicht ein einziges Mal auf einem Grasbahnrad gesessen. Als ich damals wegen den Verletzungen aufhören musste, hab’ ich nur wenige Wochen nach meinem Abschied in Heringen mit zwei zweiten Plätzen auch das Rad verkauft.

Wie geht es Ihnen heute gesundheitlich?

Eigentlich ganz gut, bis auf die Zipperlein, die wohl jeder im Alter hat. Aber von den Verletzungen damals - ich musste nach einem Unfall Haut transplantieren lassen - spüre ich heute nichts mehr.

Mit einem Motorrad sind Sie in der Zwischenzeit schon gefahren ...

Ja klar. Mein Sohn fährt in der Enduro-Klasse bei Meisterschaften mit. Und da sitze ich natürlich auch mal hin und wieder am Bock. Wir waren in dieser Saison schon bei zwei Rennen, unter anderem auch in Meckbach. Auf einer Enduro bin ich auch schon in der Tageslizenz mitgefahren, zum Beispiel in Walldorf, Bad Salzungen und Winterberg. Letzteres Rennen ist total geil. Dort geht es eine Skipiste hoch. In diesem Jahr war ich aber noch nicht am Start. Interessant ist aber, dass auch meine Tochter Leoni sei diesem Jahr um Punkte kämpft – im Quad in der Rookies-Klasse für Anfänger.

Die Läufe in diesem Jahre werden also zum Todt’schen Familientreff. War dies auch ein Grund für das Comeback?

Ganz genau. Ich muss dem AMCC Heringen mal danken, dass er mir diesen Herzenswunsch ermöglicht, bei einem Rennen mit Sohn und Tochter zu fahren. Für mich wird es jedoch eine einmalige Angelegenheit bleiben. Danach ist wieder Schluss.

Gibt es Tipps für die Kinder vor und nach den Läufen?

Aber natürlich gebe ich Ratschläge, zum Beispiel, wie man eine Kurve angeht. Oder wie man sich am besten beim Start verhält. Letztendlich müssen aber beide ihr eigenes Ding machen.

Werden alte Freunde von damals kommen?

Da werden einige kommen. Atze Körtzel hat ja genug Werbung für mich gemacht. Vielleicht werden auch einige dabei sein, die mir nicht unbedingt den Sieg gönnen.

Warum das?

Na, wenn es ums Geld geht, wie in der A-Soloklasse, wo ich früher gefahren bin, hat man nicht immer Freunde.

Ist Grasbahnrennen ein Sport, den man im Alter noch betreiben kann?

Von dem Quadfahrer Paddy Thorne mal ausgenommen: Wenn man Bernd Diener sieht – Er hat in Hersfeld schon gewonnen, d. Red. – könnte man das meinen. Er geht fast auf die 60 zu. Aber es gibt es einige junge Nachwuchstalente, die sehr ehrgeizig sind und gegen die Erfahrung wohl nicht ausreicht, um mitzuhalten.

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