25 Jahre Tanzstudio Birgitt Fründ:  „Fühle mich hier einfach wohl“

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Üben, üben, üben: Damit bei der großen Tanzshow am Samstag alles sitzt, trainieren Birgitt Fründ (vorn) und der Streetdance-Anfängerkurs in dieser Woche noch einmal besonders fleißig.

Bad Hersfeld. „Tut mir leid, momentan ist alles ein wenig hektisch“, sagt Birgitt Fründ und lächelt entschuldigend. Im Übungsraum ihres Tanzstudios kniet sie vor der Stereoanlage auf dem Boden und sucht den richtigen Titel auf der CD.

Aktuell hat die Tanzlehrerin alle Hände voll zu tun, denn bei unserem Besuch dauert es bis zur großen Jubiläumsshow genau noch eine Woche. Am Rande der Übungsstunden nimmt sie sich trotzdem einige Minuten Zeit - und erzählt uns etwas über „ihre“ 25-jährige Geschichte.

Tanzen - nichts anderes

Weil das Tanzen nicht nur Hobby bleiben, sondern zum Beruf werden sollte, ging Birgitt Fründ nach der Schule nach Berlin und erhielt an der dortigen Tanzakademie unter Leitung der international bekannten Ballettmeisterin Tatjana Gsovsky ihre Ausbildung im klassischen Ballett. Im Anschluss zog es sie hinaus in die Welt: Auf Weiterbildungen in London folgten internationale Engagements. Mit Anfang 20 tanzte sie unter anderem in Japan, Italien oder Spanien – bis schließlich ein Ruf aus dem beschaulichen Bad Hersfeld lockte.

Tänzerin und Lehrerin

„Da ich nicht unbedingt klein und zierlich war, habe ich immer Richtung Musical gearbeitet, allerdings war ich nie die beste Sängerin“, verrät die gebürtige Schleswig-Holsteinerin. Als sie 1990 über einen Bekannten ihrer Mutter erfuhr, dass in Bad Hersfeld eine Ballettlehrerin gesucht würde, stellte sich für sie plötzlich die Frage: Weitermachen oder unterrichten? Fründ entschied sich dafür, zu unterrichten – und von London nach Bad Hersfeld zu ziehen. „Das war schon eine große Umstellung“, erinnert sie sich, „aber wahrscheinlich war es einfach genau der richtige Augenblick.“

Das eigene Studio wächst

In der Kreisstadt angekommen, übernahm sie zunächst einige Ballettkurse und einige Monate später die gesamte Tanzschule von Helga Wagner. Nach und nach erweiterte sie das Angebot: Lag der Fokus ursprünglich auf Ballett und Jazzgymnastik, stehen heute beispielsweise auch Streetdance, Stepptanz und zahlreiche Fitnessangebote im Programm.

„Wir haben mittlerweile 15 unterschiedliche Kurse, von denen ich eigentlich alle auch selbst unterrichte“, sagt sie. Unterstützung erhält sie durch ihre Schwester Christiane, und auch ihre Nichte hilft ab und zu aus. Ihrer Familie ist die 50-Jährige sehr dankbar: „Ohne meine Mama und meine Schwester würde das Ganze einfach nicht funktionieren.“

Im Hier und Jetzt

Wie viele Mitglieder ihr Tanzstudio aktuell zählt, weiß Fründ gar nicht so genau, denn vor allem in den Fitnesskursen sind auch zahlreiche Teilnehmer mit Zehnerkarten dabei. Über die Jahre habe sich aber so etwas wie ein harter Kern entwickelt, erzählt sie. „Es gibt wirklich Menschen, die sehe ich hier jeden Tag. Und inzwischen gibt es sogar Kunden, die als Kinder hier waren und jetzt mit ihren kleinen Kindern herkommen.“ Den Beruf als Tanzlehrerin möchte sie nicht mehr missen und bezeichnet ihn mit glänzenden Augen als schönsten der Welt.

Die nächsten 25 Jahre

Auf die Frage, ob sie jemals mit dem Gedanken gespielt habe, alles hinzuwerfen, antwortet sie mit einem herzhaften Lachen. „Komischerweise habe ich eigentlich mal gedacht, dass ich nicht allzu lange in Bad Hersfeld bleibe“, gibt sie zu. „Aber ganz ehrlich? Ich fühle mich hier einfach sehr wohl.“ Für die nächsten 25 Jahre gibt es deshalb einen klaren Plan: „Da machen wir alles einfach genau so weiter!

Von Kristina Marth

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