Freiwasserschwimmen

Friedewalder durchquert den Bodensee

Luftsack als Schwimmhilfe: Jürgen Müller-Wolff aus Friedewald nahm als ältester Teilnehmer an einer Bodenseedurchquerung teil.

Friedrichshafen. 14 Kilometer Luftlinie sind es von Friedrichshafen bis nach Romanshorn am Bodensee.  Jürgen Müller-Wolff hat diese Distanz schwimmend überwunden.

Bei der ingesamt 3. Bodensee-Querung vor kurzem – so lautet der Name für den Wettbewerb – hat er für die Strecke eine Zeit von fünf Stunden und 21 Minuten benötigt.

Damit war der Friedewalder zwar nicht der beste, aber als 73-Jähriger mit Abstand der älteste Teilnehmer, der durch den Bodensee schwamm.

33 Schwimmer – die meisten von ihnen waren Triathleten – starteten bei diesem von der Triathlonvereinigung Wangen im Allgäu veranstaltenden Wettbewerb. Außer Müller-Wolff trugen alle Bodensee-Schwimmer Neopren-Anzüge, die mehr Auftrieb verschaffen. Wegen des Fährverkehrs auf dem Bodensee, mussten die Athleten schon früh um sechs Uhr starten. Längere Strecken in Flüssen und Seen hat Müller-Wolff schon einige geschafft, zum Beispiel ein 24-Stundenschwimmen, einen Wettbewerb im Müggelsee bei Berlin und ein Langstreckenschimmen in der Wakenitz, einem Fluss in Schleswig-Holstein. „Da war aber das Ufer stets in greifbarer Nähe“, sagt er.

 Jürgen Müller-Wolff.

Wellen und Strömungen

Das war aber diesmal nicht so. Zwischendurch war es so wie auf dem offenen Meer. Zwar begleiteten Boote der DLRG die Schwimmgruppe, aber: Keine Leine neben sich, keine Bojen als Streckenmarkierung.

Wer sich mitten im Bodensee befindet, hat kaum Möglichkeiten sich zu orientieren. Hinzu kommen Wellen und Strömungen. Müller-Wolff: „Es spielt sich in diesem Moment viel im Kopf ab. Man mus schon das Selbstbewusstsein haben, ich schaffe das.“

Ein Credo der Freiwasserschwimmer beherzigte er. „Fasse nie die Bordwand eines Begleitbootes an. Denn dann ist alles vorbei.“ Als er beim Kraulschwimmen einmal nach oben sah, erkannte er Zeppeline am Himmel, die aber auch keine Anhaltspunkte für eine Richtung waren. Anfangs begleitete ihn auch ein Kanufahrer, dem er einmal kurz seine wasserdichte Kamera gab, um ihn zu fotografieren. „Das Schweizer Ufer lag noch im Morgendunst. Und wollte anfangs auch nicht näher kommen, selbst als ich über die Hälfte der Strecke geschafft hatte.“

Glücklich am Ufer

Als sich der Nebel etwas lichtete, konnte er dann den Kirchturm von Romanshorn sehen. „An dem hab’ ich mich orientiert“, erzählt er. Als er nach knapp fünfeinhalb Stunden wieder aus dem Wasser stieg, war er glücklich, etwas nicht Alltägliches geschafft zu haben.

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