Was war denn da los? Schiri Noah Seitz pfiff sein erstes Kreisoberligaspiel

Ein freiwilliger Doppeleinsatz

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Leitete am Samstag zwei Spiele: Schiri Noah Seitz.

Niederjossa. Noah Seitz bestritt am Samstag freiwillig einen Doppeleinsatz. Der 20-jährige Fußball-Schiedsrichter, der aus Asbach stammt und auch für seinen Heimatverein SVA pfeift, leitete nicht nur das Spiel der Reservemannschaften in der Kreisliga B1 zwischen den Reservemannschaften von Niederjossa und Hohenroda (1:0), sondern auch das nachfolgende Spiel der ersten Mannschaften in der Kreisoberliga, das mit einem knappen 2:1-Erfolg von Hohenroda endete.

Was war passiert? Zum Spiel der ersten Mannschaften war der angesetzte Schiri Jan Raatz aus Fulda nicht erschienen. Beide Teams einigten sich nach einer Dreiviertelstunde Wartezeit auf Seitz als Spielleiter, obwohl er nur bis zur A-Liga pfeifen darf. „Zweimal hintereinander – das war für mich ganz schön anstrengend. Es ist schwer, die Konzentration über 180 Minuten hochzuhalten“, erzählt er. Deswegen übt er auch Selbstkritik: „Im Kreisoberliga-Spiel war die ein- oder andere Situation dabei, die ich im Nachhinein betrachtet, vielleicht anders entschieden hätte, wenn ich vielleicht nicht so müde gewesen wäre.“

Obwohl Seitz nur 1,65 Meter groß ist, hat er keine Mühe, sich auf dem Platz Respekt zu verschaffen. Er weiß, dass es auf das Erkennen der Situation ankommt. Und dass er dann die richtige Entscheidung treffen muss.

Seine Größe ist im übrigen die Folge der Wachstumskrankheit Skoliose, die bei ihm 2011 in einer langwierigen und auch gefährlichen Operation in Neustadt (Holstein) behandelt wurde. Und die sehr gut verlief. Doch an Fußball war für ihn nicht mehr zu denken. Weil er trotzdem seinem Lieblingssport weiter treu bleiben wollte, wurde er Schiedsrichter. „Mein Herz hängt eben am Fußball“, sagt Seitz, der Fan von Bayern München ist.

Für seinen Doppeleinsatz bekam er am Samstag Lob von allen Seiten. „Hut ab vor ihm. Wir müssen ihm dankbar sein, dass er die Aufgabe übernommen hat, sonst hätte das Spiel neu angesetzt werden müssen“, sagt Thorsten Heiderich, der Trainer Hohenrodas. Und Niederjossas Sascha Wahl ergänzt: „Dass wir verloren haben, war ganz allein unsere Schuld. Das lag auf keinen Fall am Schiri.“

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